Aufsatz 
Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch : 4. Teil. Das Participium in seinen Casus-Modificationen
Entstehung
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scheinungen, welche in dieser Sprachform zusammentreffen, wird von zwei Gesichts- punkten ausgehen müssen, welche hier beide zur Geltung kommen: einmal von der Einsicht in die Natur des Participiums, welches bei aller formalen Abhängigkeit von seinen Umgebungen, die seine nominale Ausprägung mit sich bringt, niemals seinen Antheil am Charakter des Verbums, die Fähigkeit zur Bezeichnung der wechselnden Thatsachen und Zustände ganz aufgiebt, und zweitens von der richtigen Auffas- sung des Yerhältnisses des Genitivs, wie es allen Modificationen seiner praktischen Verwendung zu Grunde liegt. Die letztere, bei welcher es sich nicht um die ursprüng- lichste Bedeutung des Casus, sondern um seinen in das Leben der Sprache einge- drungenen und zur Herrschaft gelangten Gebrauch handelt, ist in der trefflichen Ab- handlung von Schömann im ersten Heſt des ersten Bandes der Höferschen Zeitsehrift für die Wissenschaft der Sprache S. 79. bis 92:Was bedeutet yeνναν Jνdαιςι˙ννι so klar und sicher aus der einzig richtigen Erklärung dieses wahrscheinlich von den Stoikern eingeführten, von den lateinischen Grammatikern missverständlich in den casus genitivus umgewandelten Terminus hergeleitet, dass ich nur au ihre Haupt- resultate zu erinnern brauche. Mit richtigem Blicke erkannte die älteste griechische Grammatik, dass, wenn alle obliquen Casus zur Darstellung eines Objectsverhältnis- ses im weitesten Sinne dienten, der sogenannte Genitiv bei weitem die umfassendste verwendung in dieser Beziehung findet, dass er vielfältig in die Gebiete der beiden andern hinübergreift, und durch eine leichte Verwandlung der jedesmaligen Satzbil- dung die Stelle eines jeden derselben vertreten kann: sie nannte ihn daher mit Recht die yerunn rots d. h. nicht casus genitivus, zeuge- oder Ursprungsfall, sondern casus generalis, als diejenige Form des Nomens, welche die verschiedenartigsten Verhältpisse zu umfassen im Stande ist ¹⁷).

Schen wir nun näher zu, welche Wirkung das Zusammentreffen der an sich bedeu- tungsvollen Bildung des Participiums mit einer viel verwandten Casusform, wie es der Genitiv ist, in der altepischen Sprache hervorruft. Es kommen innerhalb dieses Gebietes in grösserem oder geringerem Umfange alle die Möglichkeiten vor, welche die gewöhn- liche Grammatik dem Genitiv zuweist: die Abhängigkeit vom Verbum in gewissen Ka- tegorien, vom Adjectiv im Positiv, wie im Comparativ und Superlativ, vom Pronomen, von Präpositionen und den ihnen verwandten Partikeln, und vom Substantiv im subjectiven

11) Wenn es bei der Feststellung der grammatischen Terminologie vor Allem auf Erkenntniss und Uebersicht des historischen Thatbestandes ankommen musste, so scheint mir die Bezeichnung der vεrunn, rcous in obigem Sinne für die griechische Sprache noch immer so zutreffend, dass ich dieAnfänger der rationellen Sprachlehre um ibretwillen nicht minder bewundere, als um der scharfen uond klaren Einsicht willen, die sie in der Wahl des Terminus al‿αατ für den von den Lateinern noch unglücklicher missverstandenen accusativus, nach Trendelenburg's einzig richtiger Darlegung(Actt. soc. graec. I p. 119. sq.) bewiesen haben.