Aufsatz 
Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch : 4. Teil. Das Participium in seinen Casus-Modificationen
Entstehung
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machos kann sich nicht als hoffend bezeichnen, nachdem er oben erklärt hat: ou ro?ro froον ⁵εεμαοαόι ⁶υ Fäsi scheint mehr im Ausdruck seiner Erklärung, als im Ver- ständniss fehlzugreifen: denn wenn er auch sagt:das Hoffen wird eigentlich uur verneint, so ist es doch offenbar nicht seine Meinung, dass etwa der Hauptsatz nicht negativ zu fassen wäre. Allein seine Umschreibung des Satzes, die griechisch lauten würde: olr de elroſunv rdoeεereodæt, gibt doch nur die eine Seite des Gedankens wieder; es ist keine Frage, dass beides, die Hoffnung und das zukünftige Ereigniss verneint wird, und wenn man daher umschreibend erklären will(was immer misslich ist), so müsste es heissen: our dy ⁴ε*έντοαπα 006 de lπτονμιη⁵). Die Richtigkeit dieser Erklärung wird sich auch nach dem von Ameis so trefflich entwickelten ersten Grundsatz zur homerischen Interpretation, der auf die Gleichmässigkeit des altepischen Stils mit Recht grosses Gewicht legt, durch den Vergleich mit einer andern gleich- mässig gebildeten Stelle bewähren, 115. 05ε μσοέ‿ειμέ̈ν τdνε ⁴⁵μαάααα αινια urrno 1emor duνν α⅜ ²ν. Auch hier scheint Fäsi bei richtiger Auffassung des Grundge- dankens in dem Ausdruck noch eine Schwierigkeit zu finden, wenn er bemerkt:Wird die Mutter nicht dies Haus zu meiner Betrübniss verlassen, indem sie es überhaupt nicht verlassen wird. Es ist aber wie y 227. festzuhalten, dass die Negation sich auf pParticipium und Hauptverbum bezieht, bei dem selbständigen Auftreten des Dativs aber, wie oben, der Gedanke nach den beiden Seiten zu entwickeln ist:die Mutter wird dies Haus nicht verlassen und ich nicht diesen Schmerz erleben. Für unsere eigentliche Betrachtung ist indess nicht sowohl die Beziehung der Negation, worin an dieser Stelle das Hauptbedenken liegt, von Wichtigkeit, als vielmehr die Frage, welches der Grund dieses participialen Dativs ist. Offenbar liegt derselbe nicht in einem gram- matischen Verhältniss des Hauptsatzes, durch welches er gefordert wäre(wie in allen oben angeführten Beispielen), sondern in jener idealen Beziehung des Thatsächlichen zu dem Redenden oder dem theilnehmenden Beobachter, für deren Bezeichnung sich vor-

¹²) Man darf sich auch nicht durch den deutschen Ausdruck irren lassen, der, obschon dem griechi- schen nicht völlig entsprechend, doch dem Gedanken am nächsten kommt:nach meiner Erwartung wird das nicht gescheben, als ob so naur die Thatsache, and nicht die Erwartung negirt wäre: denn indem diese als maassgebend dem negativen Satze vorangestellt wird, erscheint sie stillschweigend als eine solche, die das Nichteintreffen des Ereignisses erwartet, oder, was hier einerlei ist, nicht erwartet, dass es eintreffen werde. Wenn in dem gleich folgenden Beispiele( 115.) die deutsche Uebersetzung nicht denselben Weg einschlagen kann(zu meiner Betrübniss wird die Mutter nicht dies Haus verlassen), son- dern nothwendig, obgleich immer noch ungenügend, sagen muss:die M. wird nicht zu meiner Betrübniss dies Haus verlassen, so rührt dies daher, weil der Begriff der Betrübniss, nicht wie der der Erwar- tung durch die folgende Affirmation oder Negation seine Bestimmung erhält, sondern jener, uam negativ verstanden zu werden, auch äusserlich unter die Herrschaft der Negation gestellt werden muss. Uebri- gens wird jeder Kenner des Griechischen sich an diesem Beispiele erinnern, welche eigenthümliche(logi- sche) Schwierigkeit öfters die Frage darbietet: ob die Negation in einem durch Participien erweiterten Satze sich nur auf diese, oder nur auf das Hauptverbum, oder auf beide zugleich erstreckt.