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viele intereſſante Stunden und eine klare Anſchauung der Entwickelung des Menſchengeſchlechts zur Kultur verdankten. Bredow ſagt:„Ich habe auf ſolche Dinge mehr Rückſicht genommen, welche eigentlich in eine Geſchichte der Technologie, des Jandels, des Ackerbaus gehörten; die Geſchichte der genannten Gegenſtände iſt dem Bürger un Landmann eben ſo wichtig, als den Gelehrten die Geſchichte der Gelehrſamkeit; und es knüpft ſich dabei der Vortheil für den Unter⸗ richt an, daß er durch ſinnliche Gegenſtände unterſtützt und belebt werden kann, und daß er auf die umgebende Gegenwart hinführt und ihr Werden entpickelt.“ Er er⸗ zählt in einer den kindlichen Geiſt ſpannenden einfachen Sprache die Erſchaffung der Welt, die Lebensweiſe der erſten Menſchen, die Erfindungen des Ackerbaus und der dazu nöthigen Werk⸗ zeuge, die des Brodbackens, der Mühlen und künſtlichen Getränke, die erſten Mittel Feuer zu erhalten, zu kochen, Metalle zu bearbeiten, Häuſer zu bauen, die Bildung der Sprachen und die der Staaten, bei der Geſchichte der Phönizier werden Schifffahrt, Handel, Münzen und Kolonien beſprochen.
Unbeſchadet des Prinzips„der Geſchichtsunterrricht werde an große Perſönlichkeiten und an große Thatſachen geknüpft“ ließe ſich durch Umarbeitung des alten Bredow nach dem heutigen Standpunkt der Wiſſenſchaft ein anſchauliches Bild der wirthſchaftlichen Entwickelung des Men⸗ ſchengeſchlechts in einen biographiſch gehaltenen Grundriß der alten Geſchichte verweben, wobei im Anfang wie bei Bredow häufiger Bezug auf die bibliſchen Erzählungen zu nehmen wäre, um die Brücke zur Profangeſchichte zu bauen. Dieſe würde durch eine Ueberſicht der Haupt⸗ Reiche der Erde eingeleitet, um dann zur Darſtellung der großen Perſönlichkeiten der griechiſchen und römiſchen Geſchichte überzugehen. Die Verbreitung des Chriſtenthums bildete alsdann den Uebergang zum vorzüglichſten Träger desſelben, den Germanen, welche natürlich eine eingehen⸗ dere Schilderung verdienen: zuerſt ihre Anſiedelung im Vaterlande vom ſchwarzen Meere her, den Dnieper entlang zur Oſtſee, von da nach Skandinavien, die Küſten der Oſt⸗ und Nordſee entlang und die Flußthäler aufwärts; dann ihre Religion, ihre Sitten, Gewohnheiten ꝛe., ihr Zuſammenſtoß mit den Römern und die Völkerwanderung. Ein ſolches, die wirthſchaftliche Ent⸗ wickelung berückſichtigendes Buch verlangt natürlich eine ſachkundige und gewandte Feder, um nicht einſeitig zu werden. Das Mitttlalter und die neuere Zeit mögen in bisheriger Weiſe be⸗ handelt werden als Entwickelungsgang der europäiſchen Menſchheit zur modernen Bildung und Lebensgeſtaltung.
So würde der geſchichtliche und beſonders der geographiſche Unterricht in ſtufenmäßig geſteigertem Maaße dem Bedürfniß volkswirthſchaftlicher Belehrung entgegenkommen, unterſtützt durch die Lektüre und Beſprechung zuſammenhängender Bilder aus dem wirthſchaftlichen Volks⸗ leben in den Leſebüchern. Ein zuſammenhängender Curſus der Hauptlehren der Volkswirthſchaft könnte in den Oberklaſſen für Knaben über 14 Jahren nach einem für deutſche Verhältniſſe be⸗ arbeiteten Leitfaden, wie man deren in England ſeit 15 Jahren bereits beſitzt, dieſen Unterricht zum Abſchluß bringen.
Das eigentlich Techniſche der Volkswirthſchaft würde wie bei jeder Schul⸗Disciplin fern bleiben, denn die Realſchule iſt keine Fachſchule. Fachkenntniſſe giebt das praktiſche Berufsleben; die Schule ſorgt für allgemeine Bildung, damit die Erwerbung der Fachbildung einen geſunden Boden findet..
Der erweiternden Tendenz der Schulbildung wird ſo häufig der Vorwurf gemacht, ſie führe vom praktiſchen Leben ab und ſuche in ſich ſelbſt eine Befriedigung, welche ihr die An⸗


