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geweſen wäre, welcher zuerſt ein großartiges Bankſyſtem und verbeſſerte Landſtraßen als die ein⸗ träglichſte Quelle der öffentlichen Wohlfahrt in einem Buche Essays on Projects darſtellte, deſſen Studium ſpäter noch Franklin einen großen Theil ſeiner praktiſchen Wirkſamkeit verdankte. Es wäre ein großer Gewinn, wenn wir ein Handbuch der Geographie beſäßen, welches von einem gründlichen Kenner der Volkswirthſchaft verfaßt, überall in derſelben Weiſe die wirthſchaftlichen Thatſachen hervorheben würde, wie es Schacht mit der Geſchichte ſo ſchön durchgeführt hat. Bis jetzt iſt uns keines bekannt, die ſogenannten„Handelsgeographien“ ſind nur dürftige Namen⸗ regiſter. In den von uns durchgegangenen Werken über Volkswirthſchaft, beſonders in denjenigen Roſchers, ſowie in den Dialogen der Mrs. Marcet haben wir eine Menge ſchätzbaren Materials gefunden, welches wohl eines Tages in ein Handbuch hineingearbeitet werden wird; bis dahin müſſen wir es uns ſelbſt zuſammentragen und gelegentlich verwenden. Wir wollen im Grunde nichts Neues; die weſentlichen geographiſchen Thatſachen ſollen vor wie nach eingeprägt werden und das Verſtändniß der Karten als Maaßſtab dienen, ob das Material geiſtiges Beſitzthum geworden iſt. Auf dieſe elementaren Kenntniſſe baut ſich in den Oberklaſſen das Verſtändniß der politiſchen, phyſikaliſchen und mathematiſchen Geographie— ein umfaſſendes Gebiet, worin weiſe Beſchränkung und klare Geſichtspunkte nothwendig ſind. Den einfachſten Geſichtspunkt für die Länder⸗ und Völkerkunde bietet die Volkswirthſchaft: Natur, Arbeit und Kapital ſind die Faktoren in der volks⸗ wirthſchaftlichen Entwickelung der Völker in drei Perioden. Zuerſt herrſcht der Faktor der Natur vor, Wald, Weide und Gewäſſer ernähren eine dünne Bevölkerung(Wilde, Fiſcher Jäger und Nomaden) faſt freiwillig. Dann tritt der Faktor der menſchlichen Arbeit mehr her⸗ vor, um die gleichſam latenten Naturkräfte zum Dienſte der Menſchen zu entbinden; das iſt die Periode der neueren Völker im ſpäteren Mittelalter, wo ſich das Städteweſen entwickelte, welches in ſeinen Zünften die Arbeit gleichſam„kapitaliſirte“. Zwiſchen Grundbeſitzern und Leibeigenen bildet ſich der Mittelſtand aus. Sklaven und Leibeigne erſetzen in dieſen kapitalarmen Perioden die Maſchinenkräfte, wie bei den Griechen und Römern im Alterthum. In beiden Perioden werden Produkte erzeugt und theilweiſe zu fernerer Produktion aufbewahrt, dieſe nennt man Kapital(ſtehendes und umlaufendes). In der dritten Periode wird der Ertrag des Acker⸗ baus durch Kapitalaufwand intenſiv geſteigert, in den Gewerben die Handarbeit vielfach durch Maſchinen und Fabrilinduſtrie erſetzt, wodurch ſich der Nationalreichthum ſteigert. Nach dieſen Perioden laſſen ſich die Völker der Erde ordnen und beurtheilen; eine Maſſe von Detailſchilderungen, wie ſie uns in ſogenannten„geographiſchen Bildern“ geboten werden, fallen als unnöthig von ſelbſt weg. Auch die Ueberſicht der Kolonien, wie ſie von Roſcher aufgeſtellt worden: in Er⸗ oberungs⸗, Handels⸗(Fiſcherei⸗), Ackerbau⸗(Viehzucht⸗) und Pflanzungskolonieu mit ihren charakteriſtiſchen Unterſchieden ſchafft in ein weites Gebiet Ordnung und leichte Ueberſicht. Je mehr wir mit Material überſchüttet werden, deſto mehr thut es Noth, die Begriffe zu ordneu, damit unſere Schüler zum Verſtändniß des wirthſchaftlichen Lebens der Völker durchdringen. Die Forſchungen der Voltswirthſchaft bicten hierzu die alleinrichtigen Geſichtspunkte.
Der Untericht in der Geſchichte wird in den unteren Klaſſen mit Recht rein biographiſch und erſt die neuere Geſchichte in den Oberklaſſen mehr ſyſtematiſch und vergleichend behandelt.
Der Anfangsunterricht in der Geſchichte ſollte ſich naturgemäß an die bibliſche Geſchichte lehnen, was die für die Zwecke des Gymnaſialunterrichts berechneten Erzählungen und Sagen durchſchnittlich nicht thun. Wir erinnern uns des alten Bredow,*) dem wir in der Jugend
*)„Umſtändliche Erzählung der merkwürdigen Begebenheiten aus der allgemeinen Weltgeſchichte.“ 3*


