Aufsatz 
Die Real- oder höhere Bürgerschule und die Volkswirtschaft / von Chun
Entstehung
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gnügen bemerkten wir daher in dem trefflichen Leſebuch für die Dresdener Handelsſchule die ſchöne Abhandlung von Roſcher über den Luxus.

Der geographiſche Unterricht iſt vorzüglich geeignet, den volkswirthſchaftlichen Gehts⸗ punkt zu berückſichtigen. Suchen wir doch das geographiſche Netz durch Darſtellungen aus dem Menſchen⸗ und Naturleben mannigfach zu beleben, nach Herbarts Wort, die Geographie ſei eine aſſociirende Wiſſenſchaft, bei deren Unterricht man nicht verſäumen dürfe, eine Verbindung von allerlei Kenntniſſen, die ſonſt vereinzelt ſtünden, zu ſtiften und daß bei Betrachtung gegen⸗ wärtiger Zuſtände die Frage nahe liege nach der Vergangenheit. Das immer noch vorzügliche Handbuch von Schacht hat ausführlich und in wirklich originaler Weiſe die Geſchichte mit der Geographie verbunden, auch das wirthſchaftliche Leben hier und da berührt. Warum ſollte man aber in geographiſchen Stunden Schlachten erzählen, die Befreiungskämpfe der Schweiz, die Entdeckungs⸗ geſchichte von Amerika u. A. weitläufig darſtellen, wenn dasſelbe in den Geſchichtsſtunden ge⸗ ſchieht. Entweder wiſſen die Schüler dieſe geſhichtlichen Thatſachen bereits, ſo braucht man blos daran zu erinnern; oder ſie treiben noch alte Geſchichte, ſo verſtehen ſie dieſe aus dem Zuſammenhang geriſſenen Skizzen aus der neueren doch nicht. Die Völker treten aber nicht blos als geſchichtliche Perſönlichkeiten, ſondern vor allem als wirthſchaftliche auf: es erſcheint uns daher als nothwendige Ergänzung des geſchichtlich⸗geographiſchen Unterrichts in einer Realſchule, wenn wir die handelnde Menſchheit vom wirthſchaftlichen Standpunkt im geographiſchen Unterricht betrachten. Unſer Geſchlecht bekam die Erde von der Vorſehung zum Wohnplatz an⸗ gewieſen, um durch ſeine wirthſchaftliche Thätigkeit unter dem bedingenden Einfluſſe von Klima und Boden in den verſchiedenen Erdtheilen, auf Continenten und Inſeln, auf Hochflächen und in Tiefebenen, in Bergen und Thälern, an Küſten und Flußufern, in Stadt und Land ſeine irdiſche Miſſion zu erfüllen. Wie der geographiſche Charakter eines Landes nicht allein mit der Flora nnd Fauna desſelben, ſondern auch mit dem Nationalcharakter in Zuſammenhang ſteht, ſucht die neuere Geographie nachzuweiſen und iſt dadurchals erklärendes Mittelglied zwiſchen Geſchichte und Natur geſtellt worden. Eine höhere Hand hat jedes Volk an diejenigen Orte geführt, welche der Entfaltuug ſeiner natürlichen Anlagen am günſtigſten ſind. Faſt jedes Volk iſt in einer gewiſſen Periode ſeines Daſeins gewandert und hat aus der alten Heimath Erfahrungen in die neue mitgenommen: ſo iſt die Natur durch den Menſchen überall veredelt worden, während mit der Abnahme der Civiliſation an andern Orten auch die Natur wieder verödet; z. B. in Meſopotamien und Egypten. Zwiſchen Natur und Menſch findet die innigſte Beziehung ſtatt, und die Kenntniß der Erde gewinnt durch die Thätigkeit der Menſchen Intereſſe. Der Jugend⸗ unterricht darf die Kenntniß dieſer Beziehung nie aus dem Auge verlieren. Die reizenden Natur⸗ ſchilderungen im Robinſon, in Paul und Virginie gewinnen erſt durch dieſe intereſſanten Inſulaner Intereſſe. Die jugendliche Phantaſie begleitet dieſen Robinſon in ſeiner Noth von Erfindung zu Erfindung, wie ihn das Hinzutreten von Genoſſen zu neuen Erwerbsquellen führt, wie er durch Geſetze und Strafen Spaltungen und Störungen ſeines kleinen Gemeinweſens unterdrückt: ſie ſieht das erſte Entſtehen, Wachſen und Daſein eines Staates, der bürgerlichen Geſell⸗ ſchaft, wie der Menſch mit innerer Nothwendigkeit Stufe um Stufe aus dem rohen Naturzuſtande zu Bildung und Civiliſation kommt, ſo daß ſie die allmälige und naturwüchſige Entwickelung des Menſchengeſchlechts klar überſchaut. Dieſer Robinſon iſt ein Spiegelbild der Menſchheit und Dauiel de Foe hätte kein ſo lehrreiches und intereſſantes Buch ſchreiben können, wenn er nicht ebenſowohl ein literariſcher Genremaler, als auch ein zu ſeiner Zeit vorzüglicher Volkswirth