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Weg eingeschlagen.„Bei keiner Dichtungsart sei er der freien Kunst- thätigkeit sich so deutlich bewusst als bei der Ballade“, schreibt Schiller an Goethe am 4. September 1798; er konnte dies mit vollem Rechte sagen, da die Art, wie er die gegebenen Stoffe bearbeitete, ein ganz eigenthümliches Gepräge zeigte. Richtig ist, dass die Ballade sich nicht zu sehr an die Schilderuang des Außerlichen zu halten hat. Die Ballade darf nie in der Beschreibung stecken bleiben, statt alles in bewegte Handlung umzusetzen. Man vergleiche Hermann Linggs Gedicht„Came-
epischen Gedichte erinnern vielfach an K. Ferdinand Meyer. Sie sind gedrungen, voll Kraft, wenn auch hier und da das historische Colorit nicht immer gelungen ist. Ru- dolf Eckart„Lieder und Bilder vom deutschen Meer“ S. 207— 422, II. Th. enthält Balladen und erzühlende Gedichte, die auf das Meer Bezug haben. Die ausgezeichneten Sammlung von Dichtungen bringt nur Vortreffliches. E. von Wildenbruchs Ballade
(1887):„Das Grab des Kyros,“„Der Odyssee letzter Theil,“„Das Hexenlied,“„Köni
Haralds Rosse,“„Die Tochter des JInka,“„Des Warägers Tod,“„Jung Olaf,“„Der Emir uund sein Ross,“„Schön-Adelheid,“„Die letzte Pflicht“ sind keineswegs kurz und entspre- chen doch dem Wesen der Ballade. Wildenbruch beherrscht die ganze Tonleiter dieser Dichtung. Vgl.„Jung-Edward und Egwine,“„Großmutter Holzsammlerin,“„Des Warägers Tod“ und„Einfahrt in den Orcus,“„Marathon,“„Der Wanderer auf Akropolis.“ Eine der Balladen nennt er selbst„Legende“. Auch hier ist ersichtlich, dass der Name Ballade die Unterkunft für Gedichte verschiedenster Art ist, die mit dem Balladenbegriff nichts zu thun haben: wie auch im Cottaschen Musen-Almanach für 1895 die Überschrift lautet: „Poetische Erzählungen und Balladen“; von letzteren sind aber nur zwei vorhanden, die hieher gerechnet werden können:„König Hannes“, die durch den Contrast wirkt zwischen dem Leben des Königs und seinem Tod, und„Schön Lieschen“, die das ELenorenmotiv wieder autnimmt. Der deutsche Einfluss in dieser Gattung wächst jeden Tag. Man lese des Grafen Karl Snoilsky Gedichte aus dem Schwedischen übersetzt von Adolf Stern: „König Gustav der Alte,“„König Erich“,„Stenbocks Courier.“ Snoilskys Balladen„König Gustav der Alte,“„König Erich“ haben ein sagenhaft lyrisches Gepräge,„Christine“(4 Theile) und„Stenbocks Courier“ zeichnen sich durch hochdramatische Darstellung aus. An großer Meister Vorbild mögen Balladen immerhin erinnern, wenn sie nur keine überflüssige Doubletten sind. So ahmte schon Langbein Bürger. nach, aber von einem tieferen Verständnis der Ballade ist bei ihm keine Rede; ihn reizten Stoffe, die er ko- misch behandeln konnte; bei seiner Gewandtheit im Reimen und einer gewissen Leichtig- keit der Darstellung griff er zu, und hierbei gelang ihm manches Gedicht, was volksthüm- lich wurde. Noch ist die Schieblersche Ballade nicht erloschen. A. J. Liszt hat in seinen Gedichten„Pereat tristitia“(1894) die alte mythologische Ballade nicht ohne Glück wieder aufleben lasssen:„Alektryon,“„Hephästus Rache“,„Elpenor,“„Ixion,“„Die Danaiden.“ Franz Dittmars Balladen und poetische Erzählungen„Vom Alten Schmidt,“„Ross und Reiter bei Mars Latour“ sind tüchtige moderne Balladen. Die Fortsetzung von Schillers „Polykrates“ und der Wettstreit mit Platens„Carus Tod“ zeigen nur zu sehr, wie schwer es ist, mit den Altmeistern der Ballade wetteifern zu wollen. Reinhold Fuchs: Ausge- wählte Dichtungen:„Deutsche Treue,“„Fred Wilkins,“„Die Braut des Deputierten“ zeigen überall würdige Form für einen würdigen Inhalt. Ricarda Husch(„Gedichte“) ahmt K. F. Meyer nach. Gustav Falke(„Zwischen zwei Nächten“) hat lyrisch-epische Gedichte von hohem Wohlklang und ergreifendem Inhalt. Richard von Meerheimb hat in seiner „Soldatenwelt“ prächtige balladenhafte Dichtungen:„Der gute Cavallerist,“„Die getreue Gretel,“„Der Düppeler Signalist“. Die Gedichte Heinrich Meinhards:„Wider den Strom“ sind voll Wohlklang:„Die Hochzeit von Chatteau Roux“,„Der Todespfeil“,„Die Wal- küre,“„König Rolfs Tafelrunde.“ Curt Hackerts Ballade„Schön Annesley“ ist durch ihre Dunkelheit fast unverständlich; ebenso Th. Storms Ballade„Geschwisterblut“. Die episch- lyrischen Bilder der neuen Schule der Naturalisten, Impressionisten, Symboliker sind nicht. gerade Meisterstücke, wenn auch einzelnes gelungenes sich zeigt. O. J. Bierbaum, (Vgl. die Ballade„vom Tode und dem Zecher“) Tavote, J. Schlaf, Dauthendey, Detlev von Liliencron, R. Dehmel(das Gedicht„Bastard“) haben jedenfalls die Be- fähigung dazu(Vgl. Moderner Musen-Almanach 1891, 1893, 1894). Der wahre Dich- ter wird sich keiner Zeitrichtung und keiner Schule gefangen geben. Was er erlebt und erfahren, kann nicht dem Zwaug einer Formel sich fügen, wenn diese auch noch so schreihalsig verkündigt wird. Mit vollem Recht hat Volkelt(Asthetische Zeitfra-
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