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die technische Meisterschaft im Wechsel der Rede und der Erzählung, die wuchtige Kürze in der Charakteristik reihen diese Gedichte den besten Leistungen im Balladenschatze an. Robert Prutz“ Balladen sind zu rhetorisch, oft aber dabei dramatisch im Aufbau.(„Die Mutter des Kosaken“*). G. Kinkel gelingt die Gestaltenballade.„Scipio,“„Caesar,“ die zwei gewaltigen Gestalten der Weltgeschichte stellt er in einem ent- scheidenden Moment dar, aber auch die Sagenballade„Dietrich von Bern,“ „Brynhildis“ gelingt ihm;„Die Windsbraut“ ist eine personificierende Ballade, wie Geibels„Mythus vom Dampf.“ Die Balladen und Elegieen von W. Hosäus wollen prägnante, nach irgend einer Seite specifisch geartete Momente darstellen, wie sie Geschichte und Sage in Fülle bieten; hier- bei entwickelt Hosäus in der Vorrede zu seinen Gedichten die Wandlung der Begriffe Ballade und Elegie und spricht von einer engen Annähe- rung dieser beiden ursprünglich so verschiedenen Gattungen. Es ist dies eine Frage, auf die wir in der Poëtik der Ballade zurückkommen werden. Im„Welfenlied“ von Gustav von Mayern sind kräftige Balladen ent- halten(„Der Welfenzug,“„Quatrebas“). Graf Strachwitz beherrscht die Form wie nicht leicht ein Dichter und gibt seinen Balladen voll Größe der historischen Auffassung die ihnen zukommende Sprache(„Hie Welf!*). Er spricht vom Kindessinn, der noch gern im alten Sagenwuste wühlt. Nordisch ist die Romanze„Ein Faustschlag.“ Die klangvollen Balladen „Rolands Schwanenlied,“„Richard Löwenherz' Tod,“„Herrn Windfreds Meerfahrt“ mit dem prächtigen Refrain der fünften Zeile„Hoch schlagen die Wogen am Borde“ zeigen die Formengewalt des Dichters, sie ist eine der schönsten Nixenballaden. Die liebliche Elfenballade„Das Elfenross“ ist mustergiltig in der Behandlung. Treffend verspottet der Dichter das Suchen nach irgend einer Grundidee und Tendenz mit den Worten: Dem Dichter thäten gefallen— Nicht ganz die Märchen der Fee,— Er ver- misste in dem allen— Die politische Grundidee!.
Friedrich von Sallet hat in den„Romanzen“ nicht immer trotz der glänzenden Form den rechten Ton getroffen, wo er ihn aber anstimmt („Der starke Haken“), ist die Wirkung tiefgehend. Der„Tannhäuser“ ist bei sonst trefflicher Behandlung zu breit und sprachlich hart. Die Dich- tungen und Balladen von Erust von Wildenbruch erinnern an Strach- witz. Sie haben alle den dramatischen Nervy:„Jung Olaf“„Der Emir und sein Ross,“„Die Tochter des Inka,“„Schön Adelheid,“ „Des Warägers Tod,“„König Haralds Rosse,“„Das Hexenlied“ und die Gespensterballade„Gretchens Hochzeitstag;“ alle diese Dichtungen haben den eigenthümlichen Zauber, der uns in die Tiefen des Lebens schauen lässt und erinnern an die Actschlüsse in einem Drama. Fr. Wilh. Frickes Balladen und Lieder historischen Inhalts haben alle das echte Balladen- feuer(„Die Parade von Rossbach“). Detlev von Lilienkrons Balladen zeigen die echt nordische Stimmung(„Der schwermüthige König,“„Kö- nig Erichs Ermordung,“„König Abels Tod,“„Die Schlacht bei Börn- hoved,“„König Ragnar Lodbrok,“„Die Rache der Najaden,“„Die Sün- denburg“). Er verwendet auch gern den Stabreim; es fehlt auch nicht an wildem Humor. Auch Richard Zoozmann hat die nordische Art („Lieder, Romanzen und Balladen“) zu seinen bevorzugten Vorbildern erkoren; seine kräftige Eigenart trifft den rauhen Ton der Ballade. Da die Ballade, wie gesagt, bald das Stimmungsbild, bald das Handlungs- bild, aus deren Verschmelzung sie hervorgeht, betonen kann, so wird


