Aufsatz 
Zur Poetik der Ballade : 1. Teil
Entstehung
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griffsbestimmungen, die solche zu bieten schienen, und die der herr- schenden Hegel'schen Asthetik entsprachen, in mehr oder weniger ver- änderter Form in den Lehrbüchern der Poëtik sich einbürgerten und noch darin sich finden.

Man kann über die Frage einer Eintheilung der so verschieden- artigen Gedichte, die unter diesen Namen in der deutschen Literatur vorhanden sind, verschiedener Meinung sein; ganz zwecklos ist eine solche Eintheilung nicht, sonst wäre sie nicht so oft und zwar von berufenen Geistern versucht worden. Es soll die Aufgabe dieser Abhandlung sein: 1. einen kurzen Uberblick der Entwicklung der neueren Ballade zu geben; 2. die vorhandenen Eintheilungen und Begriffsbestimmungen auf ihre Giltigkeit zu prüfen, und 3. den Versuch vorzubereiten, wie sich diese Gedichte dem Inhalte nach unterscheiden lassen.*)

schöpfend beigebracht und die verschiedenen Theorien hierüber zusammengestellt. Ferdi- nand Wolf über die Frage:In welchen Kreisen sind die jetzt sogenannten Volksballaden entstanden? Vorwort zu schwedischen Volksliedern der Vorzeit übertragen v. R. Warrens. J, J. Honegger:Das deutsche Lied der Neuzeit, sein Geist und Werden. 1. B. Werner R. M.Lyrik und Lyriker. Vgl. den Aufsatz von Sophus Bugge im Archiv für nordische Philologie.Harpens Krafft. Beitrag zur Geschichte der nordischen Balladendichtung. Balestrem u. H. LinggSkaldenklänge, Sammlung von Balladen. Karl Leimbach:Zur Einführung in das deutsche Volkslied.

*) Auch K. M. Werner kennt in seinem WerkLyrik und Lyriker die Schwie- rigkeiten, welche in der Poëtik die Ballade bereitet, und sucht sie zu lösen:Es ist dem- nach sehr gut möglich, dass sich UÜbergänge vom Epos zur Lyrik finden, denn mitunter kann es zweifelhaft sein, ob die Handlungen nur der Gefühle, Empfindungen, Betrachtun- gen wegen, und ob die Gefühle, Empfindungen, Betrachtungen wirklich nur der Handlungen und Charaktere wegen da sind.(S. 12.) BaumgartHandbuch der Poëtik hat eine ganz eigene Theorie der Ballade aufgestellt..

Was den Namen Ballade und Romanze betrifft, so ist nur hinsichtlich des ersteren strittig, ob das italienische ballata(Tanzlied) oder das keltische(gwaelawd) die Namen gegeben; letzteres bedeutet volksthümliches Lied und ist die Bezeichnung des epischen Volksliedes im 14. Jahrhundert zuerst in England und dann in Schottland. Sulzer hat in seiner:Allgemeinen Theorie der schönen Künste IV. Theil. S. 112 die Ansicht geäußert: Die Ballade erhielt bei demjenigen Volke, welches deren zuerst hatte, bei den Italienern, den Namen vom Tanze(ballo), weil sie ein Gesang war, der tanzend gesungen wurde. (Dem Charakter und historischen Auftreten nach weist die deutsche Ballade auf englischen Ursprung hin.) Hense S. 8 meint dagegen:Mit dem Bekanntwerden der öld heroic Ballads von Percy und durch Bürgers Leonore bekam die Ballade den Sinn, der sich aus dem Wesen der englisch-schottischen Ballade ergab. Die italienische ballata hat aber mit ihrem Inhalt und ihrer Form gar nichts mit der deutschen Ballade gemein. Vgl. Eschenburgs Abhandlung in Ursinus Ausgabe der Balladen und Lieder altenglischer und altschottischer Dichter. Berlin 1777 p. LX. Passarge(Norwegische Balladen, übertragen und erläutert) meint:Die weitere Ausdehnung des Namens der nordischen Ballade auf jede poëtische Erzählung in kürzerem Umfange findet ihre Erklärung in dem Umstande, dass die ballata ursprünglich ein Tanzlied sei, welchem sich jeder interessante Stoff an- passen musste. Diese waren früher allgemein üblich und sind noch in diesem Jahrhundert auf den Faröern gesungen worden. Vgl. H. C. Lyngbye:Faröisko Qväder om Sigurd

fofnersbare og hans At. Uhland sagt:Dieses fremden Wortes glaube ich mich doch zu bedienen, um die Volkslieder sagenhaften Inhaltes aus der Zeit, wo das Heidenthum schon durch das Christenthum gebrochen war, zu bezeichnen. Balladen hießen zunächst die schot- tischen und englischen Sagenlieder aus der mittleren Zeit, welche zu den nordischen dieser Periode so nahe Beziehungen darbieten, und das Wort ist durch jene zu einem allgemein verständlichen Kunstausdruck, zur Bezeichnung von Sagenliedern in der Weise der nörd- lichen Völker geworden. Lucae bemerkt:(Zur Geschichte der deutschen Balladendichtung): Diesen im Klima und Temperament, in der Sitte und Weltanschauung des Südens und Nordens begründeten Unterschied zwischen Romanze und Ballade hat die moderne Dich- tungslehre dahin bestimmt zu formulieren gesucht, dass man, wenn man ihre Detfinition durch ein Bild ersetzte und das epische Volkslied etwa mit einer Rose vergliche, die Romanze mit einer hellen, die Ballade mit einer dunklen Rose vergleichen würde. Romanze= ro- manice adverb., das in der Vulgärsprache abgefasste. Die Spanier erst nannten eine bestimmte