Zur Poétik der Ballade.)
Die wahre Poëtik ward nicht erdacht, Sie hat sich stets von selber gemacht, Aus echter Poëten Stoff und Wesen Brauchst du sie nur fein heraus zu lesen.
Die neueren Asthetiker und Literaturhistoriker haben sich viel Mühe mit der genaueren Begriffsbestimmung der beiden episch-lyrischen Specialitäten„Ballade“ und„Romanze“ gegeben. Da die Schule feste Begriffe braucht, so war es erklärlich, warum die Echtermeyerschen Be-
*) Vgl. Halle'sche Jahrbücher für deutsche Wissenschaft und Kunst Jgg. 1839. Echtermeyer:„Unsere Balladen- und Romanzenpoésie.“ Paul Holzhausen:„Die Ballade und Romanze von ihrem ersten Auftreten in der deutschen Kunstdichtung bis zu ihrer Ausbildung durch Bürger.“(Zeitschrift für deutsche Philol. von Höpfner-Zacher 1884. Fahle:„UÜber die deutsche Ballade.“(Fleckeisen und Masius Jahrb. B. 104, S. 401— 420. Goerth:„Uber die verschiedene Behandlung der Ballade.“(Herrig. Archiv B. 46, S. 368 — 406.) Goerth:„Einführung in das Studium der Dichtkunst. I. Das Studium der Lyrik.“ Hense und Dr. Blume in den Programmen von Warburg 1878—79 und Lauenburg 1879. Grube, Asthetische Vorträge, Iserlohn 1864. B. 1.; ferner:„Uber Balladenpoësie.“ Wili- bald Alexis:„Hermes“ 1824. Ignaz Hab,„Deutschlands Balladen- und Romanzendichter.“ Besonders der Schlussband:„Deutschlands Balladendichter der Gegenwart“ 1874. Arnold Steudener:„Zur Beurtheilung Ludwig Uhlands und dessen Dichtungen.“ Programm Kö- nigsberg 1852 Cl. J. Emil Aurell:„Om balladen och romanzen“ Upsala 1860. Götzinger: „Deutsche Dichter.“ I. Thl. Gude, Erläuterung deutscher Dichter. Leipzig 1866. Vischer,
Asthetik IV. 1295 fg. Vgl. auch„Ungedruckte Balladen des 16—18. Jahrhunderts“ von F. W. von Ditfurth.(52 Balladen.) Seit Herder 1778: Goethe, Arnim, Brentano 1806, Bisching, von der Hagen 1807 den Anstoß zur Hebung der lyrischen Volksliederschätze gegeben, wurden auch die epischen Lieder durch W. Grimm 1811, Uhland 1844 bis zu den ältesten Heldenliedern gehoben. Vgl. die Veröffentlichungen von Soltau 1836; Körner 1840; Oppel, Cohn 1862; Preiherr von Ditfurth 1855 und 1869; Liliencron; Ditfurth gibt im I. Band Balladen, Liebeslieder und geschichtliche Lieder. Dr. F. H. Weddigen:„Geschichte der deutschen Volkspoësie seit dem Ausgange des Mittelalters bis auf die Gegenwart.“ Geor Scherer„Das deutsche Volkslied“ 1862. Altschottische und altenglische Volksballaden. Nach den Originalen bearbeitet von W. Dönniges, München 1852. F. A. Krais Balladenbuch ent- hält nur bedeutende Stücke. Er theilt die etwa dritthalb hundert Stücke in drei große Grup- pen: Balladen und Romanzen— Stimmen der Sage und Geschichte— Poëtische Erzäh- lungen.“ Balladen deutscher Dichter von Bürger bis zur Gegenwart.“ Heratsgepeben mit Einleitung und Erläuterungen von Dr. O. Hellinghaus, Münster Aschendorff. Dr. O. Helling- haus bringt eine kurze Einleitung über die Bedeutung und Geschichte der Ballade in sei- nem Buche:„Meisterwerke unserer Dichter.“ Koberstein hat III. 2629 über das Schwanken zwischen der Benennung dieser Gedichte(Romanze oder Ballade) alles Historische er-
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