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III. Zur Geschichte der Schule.
Mit dem Schlusse des Schuljahres 1908 schied aus dem Verbande der FWS Herr Oberlehrer Golling aus, um in die Seminarlaufbahn überzutreten und zunächst eine Oberlehrerstelle am Seminar zu Eisleben zu über- nehmen. In ihm verlor die Schule einen ebenso tüchtigen wie gewissenhaften Lehrer, der ihr besonders auch durch sein Interesse für den Turnunterricht wertvolle Dienste geleistet hat, das Lehrerkollegium der FWS und die Lehrer- schaft Stettins überhaupt einen liebenswürdigen, tatkräftigen und vertrauenswerten Amtsgenossen. Seine Ver- tretung in den wissenschaftlichen Stunden fiel auf Anordnung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums dem Herrn cand. prob. Elr*) zu, der beim Beginn des Sommerhalbjahrs am 16. April zugleich mit Herrn cand. prob. Conrady- und dem amerikanischen Lehramtsassistenten Herrn Raxley F. Weber*) in sein Amt eingeführt wurde.
Leider war die Wirksamkeit des Herrn Weber nur von kurzer Dauer, da er schon Mitte August nach einem„trip through Italy’“ in seine Heimat zurückkehren mußte. Auch Herr Conrady wurde uns bereits am 8. August wieder entzogen, um eine Vertretung an der Oberrealschule zu Stargard i. Pom. zu übernehmen. Dafür blieb Herr Ely uns auch im Winter erhalten, nachdem sich die Verhandlungen wegen der Besetzung der Gollingschen Stelle wider Erwarten im letzten Augenblicke zerschlagen hatten.
Mit der Eröffnung des neuen Schuljahres wurde eine Gedenkfeier für Hermann Graßmann Lerbunden. der, am 15. April 1809 als Sohn des Professors Justus Günther Graßmann am damaligen Vereinigten Königlichen und Stadtgymnasium zu Stettin geboren, von 1843 bis 1852 als ordentlicher Lehrer und Oberlehrer an der FWS tätig war. Der Direktor, der älteste Sohn des Gefeierten, hielt die Gedächtnisrede.—
Der Unterricht des Schuljahres hatte abgesehen von der durch den Fortgang des Herrn Golling be- dingten Störung noch mit mancherlei Unregelmäßigkeiten zu kämpfen, die in Erkrankungen und Beurlaubungen von Lehrern ihre Ursache hatten. In den letzten Sommermonaten wurde Herr Oberlehrer Nehmer zu einer mili- tärischen Dienstleistung herangezogen. Seine Vertretung wurde dem Herrn Dr. Paul Schultz †) übertragen, der der Schule zugleich als Probekandidat überwiesen wurde und so von Michaelis ab auch für Herrn Oberlehrer Becker ein- treten konnte, als dieser, einem ehrenvollen Rufe folgend, die Leitung der deutschen Schule zu Alexandria über- nahm. Wir sahen den ebenso frischen und pflichttreuen wie von echtem kollegialischen Geiste beseelten Amts- genossen nach einer 5 ½ jährigen segensreichen Wirksamkeit mit lebhaftem Bedauern aus unserer Mitte scheiden. Seiner Anhänglichkeit an die FWS gab er beim Jahreswechsel durch einen freundlichen Neujahrsgruß und eine reiche Gabe für unsere Stiftungen(vgl. S. 26 ff.) beredten und klingenden Ausdruck.— Für unsere englischen Kon- versationsstunden erhielten wir zum 1. Oktober einen neuen Lehramtsassistenten in Herrn Jenkins † †) zugewiesen, der uns zu unserer Freude bis zum 1. Juli d. Js. treu bleiben wird.
Besonders schwierig gestaltete sich die Erteilung des schon durch den Abgang der Herren Golling und Becker stark beeinträchtigten Turnunterrichts, als im Winter der Gesundheitszustand des Herrn Oberlehrers
*) Alwin Arthur Waldemar Ely, geb. am 20. Januar 1883 zu Beckwitz, Kreis Torgau, besuchte das Gym- nasium zu Torgau von Ostern 1895 bis Ostern 1903, studierte in Freiburg i. B. klassische Philologie, in Berlin und Halle klass. Philologie und Theologie. Am 25. Januar 1908 bestand er in Halle die philologische Staatsprüfung in den genannten Fächern. Das Seminarjahr leistete er am Kgl. Gymnasium zu Köslin, das Probejahr am Friedrich-Wilhelms-Realgymnasium zu Stettin ab, wo er zugleich eine Oberlehrerstelle zu verwalten hatte. 1
**) Raxley Ferrin Weber was born at Salamanea, N. V. on July 31, 1879. He obtained his elementary education at that place and at Olran, in the same state, and in 1899 won a scholarship at Comell University, at Ithaca, N. V. where he remained five years, studying principally chemistry, mineralogy and geology. The last vyear and a half of this period he was assistant instructor of Analytical Chemistry in the University Laboratory. In 1904 he gave up this position to accept an instructorship in Chemistry in one of the city Hiah Schools at St. Louis, Ms. In the summer of 1908 he came to Germany on leave of absence, and spent the fall and winter studying German, Physical Chemistry and Bacteriology at the University in Heidelberg. He returned to America in August and is again in St. Louis, in the F. Louis Soldan High School.
+†) Paul Schultz, geboren am 19. Februar 1882 zu Stettin als Sohn des Kaufmanns Maximilian Schultz, evange- lischer Konfession, absolvierte das Schiller-Realgymnasium zu Stettin. Er widmete sich dem Studium der romanischen, deutschen und englischen Philologie. Im Mai 1906 promovierte er an der Universität Greifswald auf Grund der Dissertation: „Uber den figürlichen Gebrauch der Zahlen im altfranzösischen Rolandsliede sowie in anderen Epen“ und bestand am 22. Fe- bruar 1908 das Staatsexamen. Von Ostern 1908 bis Ostern 1909 leistete er das Seminarjahr am Königlichen Marienstifts- gymnasium in Stettin ab und war gleichzeitig am dortigen Schiller-Realgymnasium als Vertreter eines Oberlehrers tätig. In seinem Probejahr vertrat er von Ostern bis Juli 1909 am Realprogymnasium zu Gollnow einen erkrankten Oberlehrer und verwaltet seit dem 3. August 1909 am hiesigen Friedrich-Wilhelms-Realgymnasium eine Oberlehrerstelle.
† †) David Jenkins was born on November 14th 1884 at Cwmgors(Glamorganshire). He was educated at the County School, Barry, from where in October 1902 he proceeded to the University College of Wales, Aberystwyth. He gra- duated B. A. in June 1906 with First Glass Honours in French. The school year October 1906— July 1907 he spent as Eng- lish Assistant at the Lycée of Vendôome, France, and the two succeeding years as Assistant Master at the Grammar School, Hinckley. In August 1909 he was appointed English Assistant at the Friedrich-Wilhelms-Realgymnasium, Stettin.
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