Aufsatz 
Die Belagerung von Frankfurt
(1552)
Entstehung
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aufgeworfen, welche durch Wall und Graben nach der vorderen Seite befeſtigt war und durch die Laufgräben mit dem früheren Lager auf der Höhe in Verbindung ſtand. Markgraf Albrecht ließ das ſchwere Geſchütz herunter⸗ ſchaffen und in die neue Schanze poſtiren, wo es in gleicher Höhe mit den Wällen der Stadt und viel näher lag. Der Obriſt von Hanſtein, deſſen Aufmerkſamkeit die Sachſen auf die Eſchenheimer Pforte durch ihr Feuer leiteten, erkannte ſofort die Wichtigkeit und das Gefährliche der Stellung, in welche der Markgraf eben eingerückt war. Asmus von der Hauben und Walther von Knobloch ritten mit einem Knechte dem Thore hinaus bis an die Schanze der Markgräflichen, recognoſcirten darin Alles und gewahr⸗ ten, daß der Feind einen blinden Laufgraben aufgeführt habe. Sobald man ihrer in dem Lager anſichtig wurde, eilten mehrere Knechte auf ſie los und verfolgten ſie. Sie kamen, ohne Schaden zu nehmen, in die Stadt zurück. Ein Verſuch des Obriſten von Hanſtein, den Markgrafen aus dieſer Stellung zu vertreiben, ſcheiterte an der entſchie⸗ denen Ueberlegenheit des Feindes, der ſowohl durch ſeine zahlreiche Mannſchaft, als auch durch die günſtige Oert⸗ lichkeit und durch anſehnliche Batterien den Angreifenden Reſpekt einflößte. In der Nacht um 1 Uhr wurde plötzlich in der Stadt Lärm geſchlagen. 400 feindliche Schützen waren unter großem Geſchrei an die Wälle und Gräben herangerückt und hatten denPfaffenknechten zugerufen, ſie ſollten herauskommen, wenn ſie Muth hätten. Allein die Pfaffenknechte verlachtendie Mordbrenner und Judas⸗ knechte, weil ſie, ohne Leitern mitgebracht und ohne eine Breſche gelegt zu haben, einen Anlauf unternehmen wollten. Dieß geſchah auf der rechten Seite des Mains in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli.