Aufsatz 
Die Belagerung von Frankfurt
(1552)
Entstehung
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Am 20. und 22. erlitten die Belagerer im Markgräf⸗ lichen Lager auf dem Mühlberg einen empfindlichen Ver⸗ luſt. Zuerſt zerplatzte eine Stückbüchſe und tödtete, indem eine Pulverexploſion erfolgte, eine Menge der umſtehenden Leute ſogleich oder verwundete ſie erheblich. Ebenſo ent⸗ zündeten ſich 2 Tage nach dieſem Unfalle, welchen die Be⸗ ſatzung in Sachſenhauſen deutlich wahrzunehmen Gelegen⸗ heit hatte, 5 Tonnen Pulver und tödteten abermals 21 Mann.

Das Feuer der Belagerer dauerte bald ſtärker, bald ſchwächer fort. Am 23. zeigten die Wächter auf dem Mainzer Thurme den Herrn im Römer an, daß aus dem Lager vor Sachſenhauſen vom 18. an bis zum 23. Mor⸗ gens 8 Uhr 813 Schüſſe in die Stadt abgefeuert worden ſeien. Welche gewaltige Kugeln ſie in die Stadt ſchickten, beweißt eine in dem Teutſchen Herrn Hof niedergefallene, welche 302 Pfund wog. Obwohl aber die Feinde ſahen, daß ſie mit ihrem Feuer bisher den Belagerten keinen erheblichen Schaden hatten zugefügt und ſich auch ſonſt eines Erfolges nicht rühmen konnten, ſo glaubten ſie doch hohe Forderungen an den Rath und die Bürgerſchaft ſtellen zu dürfen.

Schon am 22. erſchien ein Junker aus dem feindlichen Lager im Auftrage der Fürſten mit einem Schreiben an Bürgermeiſter und Rath, welches derſelbe dem Obriſten von Hanſtein zuſtellen ließ. Allein der Obriſt wollte es nicht leſen und ſtellte es dem Ueberbringer mit den Worten zurück, er habe mit den Fürſten Nichts zu ſchaffen und befolge den Befehl des Kaiſers, der ihm aufgetragen habe, die Stadt gegen jeglichen Angriff zu ſchützen und zu wahren.

Am 24. Juli Nachmittags erſchien wieder am Affen⸗ thor im Auftrage des Herzogs Johann Albrecht von Meck⸗ lenburg ein Trompeter mit einem Schreiben an Bürger⸗