Aufsatz 
Die Belagerung von Frankfurt
(1552)
Entstehung
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zurückgebracht, wo er dann verſchieden ſei. Nach einem andern Bericht, welchem auch Lersner I. S. 384 folgt, wurde der Herzog nicht weit von Brommens Hof, als er eben aufſitzen wollte und mit dem einen Fuß bereits im Steigbügel ſtand, am Oberſchenkel ſo verwundet, daß die Beinröhre zwei Handbreit herausragte.

Außer dem Herzoge fiel neben Anderen der beſte Büchſen⸗ meiſter im Lager vor Sachſenhauſen. Ein Ausfall, welchen Obriſt von Hanſtein durch Reiter und Schützen machen ließ, endete damit, daß die Reiter abermals nicht Stand hielten, ſondern die Flucht ergriffen. Mohrere kaiſerliche Knechte blieben todt oder wurden verwundet, doch fielen auch 20 Feinde, drei Gefangene wurden in die Stadt ein⸗ gebracht. Am gleichen Tag erließ der Obriſt allen Wein⸗ ſchenken das Umgeld(iſt allweg der 4te Pfennig) und verordnete, daß eine Maas Wein, welche vordem einen Batzen galt, um 10 Heller verabreicht werden ſolle. Seit⸗ dem gaben die Wirthe ihren zwei Albus Wein zu 3 Kreuzer, und den beſten um 4 Kreuzer, den für 10 Heller zu 8 Heller; ein Laib Brod von 5 Pfund koſtete 8 Heller; war demnach Alles in ſehr wohlfeilem Preiſe, welches daher kam, daß der Rath die Zeit der Belagerung kein Umgeld nahm. Dieweil auch nicht geringer Mangel an Brod war, aus Geiz und Untreue der Bäcker, hat der Obriſt jeglichem Bäcker 10 Achtel Korn zu backen verordnet; der Rath hat auch im Spital, im St. Katharinen⸗ und Prediger⸗Kloſter backen und nach eines jeglichen Nothdurft Umgeld aus⸗ theilen laſſen. In der Nacht war die Bürgerſchaft ſammt den Knechten wachſam, wie in den anderen auch; die gefangenen Schützen ſagten nämlich aus, es ſolle in dieſer Nacht die Stadt geſtürmt werden. Um die öffentlichen Plätze und die Straßen zu erleuchten, zündete man Feuer⸗