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den Graben nicht ausfüllen könnten. Die Mainbrücke wurde auf der oberen Seite mit leinenen Tüchern behängt, damit die Markgräflichen Niemanden mehr herüber oder hinüber gehen ſehen könnten; die Brückenmühlen bedeckte man mit Wollſäcken, um ſie gegen die feindlichen Kugeln zu ſchützen. Als die Belagerer ſich dem Affenthore näher⸗ ten, machte die Beſatzung einen Ausfall, trieb den Feind in die Flucht und brachte einen Gefangenen herein. Bis ſpät in die Nacht dauerte das Schießen, und obwohl viele Kugeln durch Häuſer und Thüren fuhren, ward doch Nie⸗ mand beſchädigt oder getödtet.
Am 20. dauerte das Schießen fort. Ein Bürger ward durch den Schenkel, drei Knechte auf der Brücke todt geſchoſſen. An dieſem Tage erlitten die Belagerer zwei harte Verluſte. Herzog Georg von Mecklenburg, welcher heftig gegen den Judenwall hatte feuern laſſen, ſetzte ſich den Kugeln der Belagerten zu ſehr aus. Stephan Pfeil⸗
ſtücker, ein alter, wohlgeübter Schütze, Bürger der Stadt, richtete ſeine Büchſe aus dem Judeneck gegen den Feind am Mühlberg und ſchoß über den Main in eine große Büchſe der Feinde, welche zerſprang und mit ihren Stücken dem Herzog den Oberſchenkel zerſchmetterte. Er ſtarb am fol⸗ genden Tage; ſeine Leiche wurde mit 30 Pferden aus dem Lager abgeführt.
Ueber den Tod des Herzogs berichtet Neuhauß noch andere Gerüchte, welche ihm zu Ohren kamen. Wenzel, ein Fußknecht aus dem Fähnlein des Oswald Lehner in Sachſenhauſen, verſicherte ihm, der Herzog ſei nicht von dem Judenwalle aus, ſondern aus ſeines Hauptmanns Poſten am Affenthor getrofſen und ihm der Schenkel gleich abgeſchoſſen worden. Darauf hätten ihn die Seinigen nach einem Scharmützel glücklich in's Lager auf den Mühlberg


