Aufsatz 
Die Belagerung von Frankfurt
(1552)
Entstehung
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einen Abſagebrief geſchickt zu haben. Bei ihnen befand ſich auch der Biſchof von Bayonne. Die Sachſen griffen ſofort die kaiſerliche Vorhut in Bergen an und trieben ſie auf das Stadtgebiet zurück. Bergen ward genommen. Der Feind rückte, da die Vorpoſten nicht Stand hielten, ſogleich in die Landwehr ein und verkündete der Bürgerſchaft durch Feuerſäulen, die er von der Galluswarte auflodern ließ, ſeine Ankunft. An 3000 Stück Vieh fiel den Sachſen in die Hände; des Obriſten geraubtes Vieh ſoll in die Stadt gerettet worden ſein. Die kaiſerlichen Hakenſchützen machten, von etlichen Reiſigen unterſtützt, einen Verſuch, das auf 6000 fl. geſchätzte weggetriebene Vieh dem Feinde abzu⸗ jagen; allein die Reiſigen ergriffen zu raſch die Flucht und ließen 30 bis 40 Schützen umkommen oder verwunden. Die wackeren Schützen brachten ungefähr 600 Schaafe in die Stadt zurück, wo man ihnen den Hirſchgraben zum Weideplatz anwies.

Inzwiſchen war ein Theil der Verbündeten unterhalb Offenbach vermittels einer Schifſbrücke über den Main gegangen, um ſich mit den aus dem Lager von Mergent⸗ heim an der Tauber nachrückenden Truppen zu vereinigen und Sachſenhauſen einzuſchließen. Das ganze Heer der Verbündeten ward auf 7000 Reiter und 25,000 Lanzen⸗ knechte geſchätzt; ſie führten 55 Stück Geſchütz, Mauer⸗ brecher und 14 Böller mit ſich, das Geſchütz nicht mitge⸗ zählt, welches in der Folge aus Nürnberg, Heidelberg und Mainz herbeigeholt wurde. Im Lager vor Frankfurt, das zuerſt im Galgenfeld gegen das Bockenheimer Thor errichtet war,*) kommandirte neben Moritz von Sachſen der junge Landgraf von Heſſen und Herzog Erich von Braunſchweig.

*) Zwiſchen dem Affenſtein und der Bockenheimer Warte.