— 19—
den, namentlich Philipp Breden, von Knoblauch und von Partenheim. Sie ſtanden im Solde des Kaiſers.
Noch ehe auf dieſe Weiſe die einzelnen Fähnlein in der Stadt und auf den Wällen ſorgſam vertheilt waren, hatte man Schanzen und Wälle an den Thoren und ſonſt aufzuwerfen begonnen. Mancher Bürger hatte die Woche zwei⸗ bis dreimal frohnen müſſen.*) Auch Bäume mußten gefällt, Mauern und Gartenhäuſer abgetragen und an die verſchiedenen Standorte der Büchſen und Mannſchaft Muni⸗ tion gerüſtet werden. Man ſchätzte den durch Abbrechen von Mauern und Gartenhäuſern angerichteten Schaden auf 30,000 Gulden.**) Auf den Judenkirchhof wurde ein Fähnlein Knechte und Geſchütz gelegt, was den Juden höchſt zuwider war. Als aber der Obriſt verlangte, ſie ſollten die nicht unbedeutende Anzahl von Grabſteinen einſenken und den Boden ebnen, damit der Kirchhof zum Wachtplatz benutzt werden könne, waren ſie höchſt betrübt und gaben viel Geld, damit ihr Kirchhof nicht durch das Kriegsvolk entweiht werde.
Um dem Feinde die Möglichkeit zu benehmen, vermittels Schiffe in die Stadt zu dringen, verſenkte man vor der Mainbrücke Pfähle und Schiffe, ſperrte die Bogen mit Ketten und richtete hinreichendes Geſchütz auf das Fahr⸗ waſſer, ſowohl von Sachſenhauſen aus, als auch vom dies⸗ ſeitigen Ufer. Die Thore der Stadt wurden geſchloſſen, einige zu hohe Feſtungsthürme abgetragen, andere mit Kanonen verſehen, nur wenige Pförtlein blieben auf beiden Seiten offen. Um Unordnung, Gelage und Aufruhr zu
*) Lersner II. S. 457 bis 459.
**) Insbeſondere waren es die Hofgebäude des Hans Bromm in Sachſenhauſen und das Schützenhaus auf dem Fiſcherſeld, welche nebſt vielen Gartenhäuſern niedergebrannt werden mußten.
2*


