Aufsatz 
Die Belagerung von Frankfurt
(1552)
Entstehung
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Wenn man bedenkt, was Nürnberg, Aſchaffenburg, Mer⸗ gentheim, Babenhauſen, Dieburg und ſpäter Mainz, Speier und Oppenheim an Brandſchatzung dem Feinde entrichten mußten, ſo läßt ſich vermuthen, mit welchen Hoffnungen und Forderungen man ſich der Stadt Frankfurt näherte, welche das Bündniß mit Heinrich II. und Moritz nebſt den andern Fürſten ſo entſchieden abgelehnt hatte, um den dem Kaiſer geleiſteten Eid treu und unverbrüchlich zu halten. Der Obriſt von Hanſtein war, als der Feind näher rückte, viel zu ſchwach, als daß er demſelben in offener Feldſchlacht entgegen zu treten hätte wagen können. Schon längſt hatte er alle die eingebrachten Vorräthe in der Stadt im Predigerkloſter aufſpeichern laſſen, und darum war es jetzt eine Nothwendigkeit für ihn, mit ſeinen Kriegsleuten in die Stadt einzurücken und ſein Feldlager aufzugeben. Fußend auf dem abgeſchloſſenen Vertrag erſchienen*) am 28. Juni 6 Fähnlein Knechte und etliche Abtheilungen Rei⸗ ter,darunter ſind viel nackender Flug-Ambſeln und Pfaffen⸗Knechte von Mentz geweſen, ohne Vorwiſſen des Rathes und der Bürgerſchaft an dem Friedberger Thore und verlangten Einlaß. Die Wache wollte die kaiſerlichen Kriegsleute nicht einlaſſen, ſondern ſandte Boten an den älteren Herrn Bürgermeiſter und erhielt den Beſcheid, das Kriegsvolk einzulaſſen. Sie zogen während des Mittags⸗ eſſens durch die Stadt und rückten über die Brücke nach Sachſenhauſen, wo mancher arme Bürger in einem engen Hauſe 20 Knechte beherbergen mußte. Am 29. rückten abermals 6 Fähnlein und etliche Abtheilungen Reiter des Oberſten ein; ſie wurden in die Neuſtadt einquartirt, wo bisher

*) Neuhauß berichtet dieß nicht; wohl aber Ambach S. 22. Aus⸗ führlicher iſt Lersner II. S. 457.