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Moritz begab ſich ſofort nach Paſſau, wo der König Ferdinand, die 5 Kurfürſten und die Herzöge von Braun⸗ ſchweig, Jülich, Pommern, Würtemberg, Markgraf Johann und der Biſchof von Würzburg durch ihre Abgeordnete ſich vertreten ließen, der Herzog Albrecht von Bayern, der Erz⸗ biſchof von Salzburg, der Biſchof von Eichſtädt in Perſon ſich einfanden. Moritz verlangte die Freilaſſung ſeines Schwiegervaters und einen immerwährenden Frieden; den Ständen Augsburgiſcher Confeſſion dürfe von Seiten des Kaiſers keine Ungnade noch Beſchwerung fürder bevor⸗ ſtehen und keine Entſcheidung des Reichstages, wo die katho⸗ liſche Parthei die Mehrheit habe, noch des Kammergerichtes, wie es jetzt zuſammengeſetzt ſei, Gefahr bringen. Ferdinand und die Stände willigten ein; allein der Kaiſer widerſetzte ſich ſchriftlich und mündlich dem Begehren des Kurfürſten und ließ ſich nicht überreden, die proteſtantiſche Kirche anzu⸗ erkennen. Er hatte es bis hierher für die Aufgabe ſeines Lebens erachtet, die Einheit der chriſtlichen Kirche aufrecht zu erhalten, und wollte ſich durch die augenblickliche Noth, in welcher er ſelbſt und ſeine Parthei ſich befanden, nicht zur Nachgiebigkeit bewegen laſſen. König Ferdinand hatte den Kaiſer in Villach aufgeſucht und überreden wollen, auf
Roritzens Forderungen betreffs der Proteſtanten einzugehen; ſein Verſuch war erfolglos.
Mit Beſorgniß gedachte jetzt Moritz der Rüſtungen des Kaiſers, welche deſſen Oberſt Hanſtein in der Nähe von Frankfurt am Main angeſtellt hatte. Unverzüglich verließ er Paſſau, um dieſen feſten Platz des Kaiſers in ſeine Gewalt zu bekommen oder wo möglich doch die Nachgiebig⸗ keit deſſelben in ſeine Forderungen zu erzwingen.
In Frankfurt hatte man bereits Kunde, daß der Kur⸗ fürſt und ſeine Verbündeten die Stadt zu nehmen gedächten.


