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Kaiſers und ſeiner ſpaniſchen Räthe, dem deutſchen Reiche eine Umgeſtaltung zum Nachtheile der Fürſtenmacht zu geben, die Kränkungen, welche Deutſchland von Carl's über⸗ müthigen Söldnern erdulden mußte, veranlaßten ihn, ſeine Geſinnungen gegen den Kaiſer zu ändern. Seine Unter⸗ handlungen mit den Soͤhnen des gefangenen Landgrafen, mit dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg⸗Culmbach und dem franzöſiſchen Könige Heinrich II. wußte er ſo ſchlau und geheim zu betreiben, daß der Kaiſer ihm ſelbſt noch nicht mißtraute, als er bereits die Beweiſe von Moritzens Abfall in Händen hatte. Den meiſten Reichsſtädten war dieſer zweite Treubruch des Kurfürſten höchſt verdächtig. Darum ſahen ſie ſich zeitig vor, und insbeſondere ließ es Frankfurt an Rüſtungen nicht fehlen, um nöthigenfalls die zur Frühlingsmeſſe eintreffenden Kaufleute ſchützen zu können. Mehr als 1000 Knechte und über 200 Reiſige wurden geworben. Ueber die Knechte ſetzte man die Haupt⸗ leute Kunz von Weſthofen und Hieronymus Löſch von Kreuznach; die Reiſigen befehligte Johannes von Rumpen⸗ heim, welcher in Frankfurt das Bürgerrecht beſaß und unter Moritz das Kriegshandwerk gelernt hatte. Alle waf⸗ fenfähigen Bürger mußten täglich ausrücken und ſich unter Leitung des Heinrich Katzmann in den Waffen üben. Mitten unter dieſen Vorbereitungen gelangte an den Rath der Stadt ein Schreiben der verbündeten Fürſten*), worin derſelbe am 17. März früh nach Bonames gefor⸗ dert wurde, um ſich für oder gegen die Fürſten zu erklären. Das Schreiben ſicherte der Stadt im erſten Falle zu,„daß
*) Abgedruckt bei Lersner II. S. 470 und 471. Es beginnt:„Wir von Gottes Gnaden Heinrich II., König von Frankreich, dc. ꝛc.“ und iſt unterzeichnet von Johannes Frarineus Episc. Bayonensis nomine Regis Christianissimi und nomine Elect. alior. Princ. Confoed J. S. B.


