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weder mit Gefängniß, noch mit Schmälerung ſeines Landes beſtraft werden ſollte; da ſtellte er ſich in Halle und that dem Kaiſer Abbitte. Allein er wurde demungeachtet beim Abendeſſen, wozu ihn der Herzog von Alba eingeladen hatte, verhaftet und vorerſt nicht freigelaſſen.*)
Frankfurt wurde in den folgenden Jahren von dem Kaiſer und von dem Erzbiſchof von Mainz vielfach geplagt. Der Kaiſer brauchte Geld und verlangte mehrere Male bedeutende Darlehen von der Stadt; der Erzbiſchof von Mainz, Sebaſtian von Heußenſtamm, beläſtigte den Rath und die Bürgerſchaft fortwährend mit Forderungen und Drohungen bezüglich der neuen Lehre und ihrer Anhänger in der Stadt. Der Rath half ſich ſo gut es eben ging, ohne in Allem und namentlich in der Hauptſache ſich ganz willfährig zu zeigen, und berief ſich öfter darauf, daß die Stadt zuerſt vor vielen andern ſich verſöhnlich gezeigt und dem Kaiſer in Allem nachgegeben habe, was recht und billig ſei. Da nahte das verhängnißvolle Jahr 1552, welches der Stadt neue Sorgen und Noth brachte.
Kurfürſt Moritz von Sachſen, welchem vom Kaiſer Carl der Auftrag ertheilt worden war, an dem proteſtantiſchen Magdeburg die Reichsacht zu vollziehen, belagerte 1551 mit einem zahlreichen, geübten Kriegsheere die widerſpenſtige Stadt. Die Unterdrückung der proteſtantiſchen Lehre, die üble Behandlung ſeines Schwiegervaters, der noch immer in Mecheln gefangen ſaß, die herrſchſüchtigen Pläne des
*) Der Landgraf blieb 5 Jahre in Haft. Carl hatte ihn nach Oudenarde und von da nach Mecheln bringen laſſen. Man behandelte den Landgrafen höchſt unwürdig, ſo daß derſelbe ſeines Lebens über⸗ drüſſig ward. Ein mißlungener Fluchtverſuch hatte die Folge, daß man ihn in eine Kammer ſperrte, die nicht völlig 10 Fuß in die Länge maß und deren Fenſter vernagelt waren.


