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troſtloſe Antwort gab, ein jeder Fuchs verwahre ſeinen Balg, und die Kriegsleute während ihres Aufenthaltes in Frankfurt ſich übermüthig und räuberiſch gezeigt hatten, ſo beſchloß der Rath durch freiwillige Unterwerfung den Kaiſer mit der Stadt wieder zu verſöhnen. Frankfurt mußte 80,000 Goldgulden erlegen und eine bedeutende Beſatzung*) in ſeine Mauern aufnehmen. Dieſe rückte am 29. Dezember 1546 ein und verblieb hier bis zum 16. Oktober 1547.
Schlimm erging es den Häuptern des Schmalkaldiſchen Bundes. Kaiſer Carl V. rückte ungehindert mit ſeinem Bruder Ferdinand in Sachſen ein und vereinigte ſich mit Herzog Moritz. Bei Mühlberg an der Elbe(1547) kam es zur entſcheidenden Schlacht. Der Kurfürſt Johann Friedrich wurde völlig geſchlagen und gefangen genommen. Ueber den Gefangenen wurde das Todesurtheil ausgeſprochen, welches inzwiſchen in der Wittenberger Capitulation dahin abgeändert wurde, daß der Kurfürſt vorerſt in Gefangen⸗ ſchaft bleiben und der Kurwürde und ſeiner Länder ver⸗ luſtig gehen ſolle, während Herzog Moritz damit vom Kaiſer belehnt ward.
Mit Schrecken hatte Philipp von Heſſen die Vorgänge an der Elbe vernommen. Sein Schwiegerſohn, Moritz von Sachſen, bemühte ſich, den Kaiſer mit ihm auszuſöhnen; allein dieſer verlangte unbedingte Unterwerfung. Endlich kam eine Uebereinkunft zu Stande, wonach der Landgraf
*) Der kommandirende kaiſerliche General war bekanntlich der Graf von Bevern. Wir beſitzen noch von Neuhauß und von Ambach zwei Darſtellungen, welche die damalige Occupation Frankfurts ausführlich ſchildern. Sie finden ſich ebenfalls in der Uffenbachiſchen Sammlung auf hieſiger Stadtbibliothek. Lersner. I. S. 378 bis 383 ſchildert ſie gleichfalls Vergl. II. S. 451.


