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Kaiſer Carl V., es unmöglich machten, mit Gewalt das Werk des muthigen Glaubenshelden zu unterdrücken. Der mächtige Kaiſer grollte zwar heftig allen deutſchen Fürſten und Städten, welche der neuen Lehre ſich zugewandt hatten, allein durch ſeine Kriege mit dem franzöſiſchen Könige Franz I. und durch die Einfälle der Türken in's Reich waren ihm die Hände zu ſehr gebunden. Er bedurfte, um dieſelben beſtehen und glücklich zu Ende führen zu können, nicht nur der Ruhe im eigenen Reiche, ſondern auch des Beiſtandes ſeiner deutſchen Fürſten und Völker. Darum zeigte er ſich nach dem Reichstage zu Worms(1521) länger, als ihm ſelbſt und dem Papſte lieb war, nachgiebig gegen die Proteſtanten. Als er aber zu Anfang des Jahres 1546 von auswärtigen Kriegen frei geworden war, zeigte ſein ganzes Verhalten, daß er jetzt ernſtlich darauf ſinne, die proteſtantiſche Lehre mit Gewalt zu unterdrücken.
Auch auf dem Reichstage zu Augsburg(1530) war die neue Lehre verdammt und die Ausbreitung derſelben unterſagt worden. Dieß hatte die evangeliſchen Stände veranlaßt, im gleichen Jahre eine Zuſammenkunft in Schmal⸗ kalden zu halten, welcher ein förmliches Bündniß der Pro⸗ teſtanten, der Schmalkaldiſche Bund genannt, folgte(1531). Sechs Jahre ſpäter erneuerte man denſelben und entſchloß ſich zu größerer Sicherheit ein Bundesheer unter Leitung des Kurfürſten Johann Friedrich und des Landgrafen Philipp des Großmüthigen von Heſſen aufzuſtellen. Mit⸗ glieder des Bundes waren damals außer den genannten Fürſten noch folgende: Herzog Ernſt von Braunſchweig, Ulrich von Würtemberg, Barnim und Philipp von Pom⸗ mern, Johann Georg und Joachim von Anhalt, Albrecht und Gerhard von Mannsfeld, Wilhelm von Naſſau, die Städte Straßburg, Nürnberg, Conſtanz, Ulm, Magde⸗


