Aufsatz 
Über den Lehrplan des Realgymnasiums
Entstehung
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trachtung der Natur erhebend und demüthigend auf den Menschen? 7) Erinnerung und Hoffnung, zwei Hauptquellen menschlicher Freudigkeit.(Abi- turientenarbeit zu Michaelis 1866; später von der ganzen Klasse bearbeitet). 8) Ist der Ruhm eines Talentes oder eines Characters wünschenswerther? Ia. 9) Ferro nocentius aurum. Ib. 10) Nach welchen Gesichtspunkten sind die Menschen zu schätzen? 11) Ein Jahrmarkt ist die Welt, Ge- wühl und bunter Schein etc. 12) Woher kommt es, dass wir die Wahrheit so oft verletzt sehen? (Klassenarbeit). 13) Wer ist der Stärkste: Schwert, Zunge oder Feder? Ib. 14) Was ist von dem Ge- brauche, das Andenken grosser Männer durch Mo- numente zu ehren, zu halten? Ia. 15) Schilderung eines Characters aus Lessing's Nathan der Weise. 16) Ueber die Kunst das menschliche Leben zu

verlängern. 17) Zu welchem Zweck lernt man fremde Sprachen?(Abiturientenarbeit zu Ostern 1867). Ebenau.

Lateinische Sprache 3 St. wöchentlich.

Die wichtigsten Regeln der Syntax; wöchentliche Exercitien nach Süpfle's Aufgaben für die Ober- klassen, Spiess's Uebungsbuch und nach Dictaten. Aus dem Lateinischen wurde übersetzt und erklärt aus des Livius röm. Geschichte lib. I, 130, 40 46; lib. II, 16; ferner aus Virgils Aeneide I, 1 207. Privatim wurde gelesen und schrift- lich übersetzt: Ciceros Rede für den Manilischen Gesetzesvorschlag und die Rede für den Ligarius.

Bellinger. Französische Sprache 4 St. wöchentlich.

Ia. Gelesen wurde: La camaraderie von Scribe und Athalie von Racine. Ausserdem wurden in Les fondateurs de l'astronomie moderne von Ber- trand die Biographien von Kopernikus, Tycho Brahe und Kepler durchgegangen und zu Sprech- übungen benutzt. In der Grammatik Repetition der wichtigsten Regeln nach Plötz's 2. Gursus. Exercitien nach Fränkel's Anthologie.

Ib. Lectüre combiniert mit Ta. In dem zwei- ten Cursus der Schulgrammatik von Plôtz wur- den die Lectionen 56 73 durchgenommen. Die deutschen Uebungsstücke wurden zum Theil schrift-

englischem Lesebnch II. Theil; im Winter Shak- speare's King Richard II. Act I. und II. Exer- citien nach Dictaten. Sprechübungen.

Ebenau.

Religion 2 St. wöchentlich.

a. Protestanten: Im Sommer: Die christliche Sittenlehre und die Lehre von den letzten Dingen. Im Winter: Die wichtigsten Ereignisse und Er- scheinungen auf kirchlichem Gebiete in der Gegen- wart. Dietz.

b. Katholiken: Christliche Apologetik.

Tripp.

Geschichte 3 St. wöchentlich.

Ib. Geschichte Europas von der Reformation bis zum Ausbruch der französischen Revolution. Ebenau. Ia. Geschichte Europas von 1600 bis 1800. Hildenbrand.

Mathematik 5 St. wöchentlich.

Ia. Im Sommer: Differentialrechnung und die Anwendungen derselben zur Ermittelung der Ma- xima und Minima der Functionen, zur Entwicklung der Functionen in Reihen, sowie zur Untersuchung ebener Curven.

Im Winter 2 St.: Aus der Integralrechnung die Herleitung und Einübung der wichtigsten In- tegralformeln und Anwendung derselben zur Qua- dratur und Rectification ebener Curven, sowie zur Cubatur und Complanation räumlicher Gebilde. Einiges aus der Lehre von den bestimmten Inte- gralen und über die Integration der Differential- gleichungen erster Ordnung.

2 St. Die Theorie der Reihen.

Eine Stunde wöchentlich wurde zur Repetition und zur Lösung von Aufgaben aus verschiedenen Theilen der Mathematik benutzt.

Ib. Im Sommer: Die Theorie der Kegelschnitte nach analytischer Methode..

Im Winter: Beendigung der Lehre von den Kegelschnitten, die Elemente der analytischen Geo- des Raumes. Die wichtigsten Sätze aus der Theorie der Determinanten und aus der Lehre von den höheren Gleichungen.

metrie

Unverzagt.

Darstellende Geometrie 2 St. wöchentlich. Ib. Licht- und Schattenlehre; die Grundzüge Englische Sprache 2 St. wöchentlich. der gebundenen Perspective, mit wissenschaftlicher

Im Sommer Lectüre und grammatische Erklä- Begründnng. Zeichnungen ohne Vorlegeblätter. rung schwierigerer Musterstücke aus Lüdeckings Ia. Die Projectionen der Kegelschnitte, sowie

lich übersetzt. Unverzagt.