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Derselbe hat die Darstellungsmethode der im Programm von 1865 beschriebenen Kupfer- verbindung im letzten Jahre weiter vervollkommnet, so dass sich dieselbe nunmehr zur Berei- tung einer grünen(natürlich arsenikfreien) Farbe für Oel- und Leimanstrich und Tapetendruck eignet, welche dem Schweinfurter Grün in Bezug auf Feuer und Glanz zwar nicht gleich- kommt, aber doch mehr als alle anderen grünen Farben dasselbe zu ersetzen geeignet erscheint. Proben dieser Farben sind in der internationalen Ausstellung zu Paris ausgestellt worden.
Ueber sein früheres Leben und den Gang seiner Studien gibt Herr Krämer die folgenden Nachrichten.
Christian E. Krämer geb. den 9. August 1839 zu Weilburg. Hier besuchte ich das Gymnasium, legte das Maturitätsexamen ab; studierte dann klassische und deutsche Philologie und Geschichte zunächst 3 Semester in Greifswald, wo ich besonders die Vorlesungen von Schömann, M. Hertz, Susemihl, Arn. Schäfer hörte, dann ebenso lange in Berlin, endlich in Bonn und Giessen. An letzterem Ort erlangte meine Ausarbeitung der von der Fakultät ge- stellten Preisfrage:„Ueber den Sprachgebrauch und Stil des Sallust“ den Preis. Meiner Ge- sundheit wegen hielt ich mich vom Frühjahr 1862 an in der Schweiz auf, besonders in der französischen. Gegen Ende 1863 ging ich als Hauslehrer in einer französischen Familie nach Neapel; Herbst 1864 siedelte ich nach Rom über, wo ich in englischen Familien und in der des russischen Schriftstellers Herzen Unterricht ertheilte. Nach Ostern 1865 reiste ich nach Deutschland zurück. Während meines Aufenthaltes im Ausland habe ich mich vor ugsweise mit dem Studium und der Uebung der neueren Sprachen, besonders des Französischen und Italienischen, beschäftigt.— Sofort meldete ich mich zur nassauischen Staatsprüfung in der klassischen und deutschen Philologie und Geschichte für Oberklassen. Im folgenden Jahr wurde ich für bestanden erklärt und vom 1. April 1866 an dem Realgymnasium als Collabo- rator zugetheilt.
B. Unterricht. 1. Allgemeines-.
Der Lehrplan des Realgymnasiums hat im abgelaufenen Jahre keine Veränderung erlitten. Durch den Eintritt des Collaborators Krämer in das Lehrercollegium und dessen geringere Belastung mit Unterrichtsstunden war es möglich geworden, bei den vor- kommenden Störungen durch Unwohlsein oder sonstige Verhinderungen der Lehrer die ausfallenden Stunden zu decken. Ebenso gestattete der Umstand, dass seit der Mitte des Sommersemesters die hiesige Militärschule aufgelöst wurde und somit die von den Lehrern des Realgymnasiums an derselben ertheilten Stunden in Wegfall kamen, bei dem Entwurfe des Stundenplans für das Wintersemester eine freiere Verfügung über die Lehrkräfte der Anstalt, wodurch dem Stundenplan eine zweckmässigere Gliederung gegeben werden konnte. Schon zu Ostern wurden die beiden Abtheilungen der Prima im Unterricht in der Mechanik, in welchem sie bisher combiniert gewesen, getrennt, so dass in Zukunft die aus der Secunda nach Unterprima aufrückenden Schüler in dieser Klasse gerade an der Stelle fortfahren werden, wo sie in Secunda stehen geblieben und nicht, wie es leider bisher geschehen, wo sie mit denen verbunden wurden, die schon ein ganzes Jahr in Prima Unterricht erhalten hatten, eine grosse Lücke im Unterricht gelassen werden musste, die erst im zweiten Jahre, wo der Cursus von neuem begann, ausgefüllt werden konnte.


