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Mais ansin con la rose cant elle est espanie El de Joste jenestre o de Joste Fortie, Ansin comme elle est plus et belle et signorie....(fo 120b)
Im Hafen von Barbastre wird Malatrie vom Emir und ihrem Vater empfangen. Der Emir verkündet ihr, dass sie die Gattin seines Sohnes Libanor werden solle, sowie dass die Hälfte Spaniens ihnen zur Mitgift bestimmt sei. Hierauf entgegnet die junge Dame stolz, wie man so über dieses Land verfügen könne, da zehn Franzosen genügten, um Barbastre zu halten. Nun kommt Libanor aus Esclavonien an; er konnte es nicht länger in Babylon aushalten, als er von der Einnahme Barbastre's hörte.
Malatrie wünscht einen Kampf mit den Franzosen zu sehen und bittet ihren Verlobten, ihr dazu eine Gelegenheit zu verschaffen. Dieser verspricht ihr, mit dem ersten Christen, den er antreffe, zu kämpfen.
Ungeachtet aller Vorstellungen der Gefahr lässt Malatrie ihr Zelt jenseits des Flusses im Angesichte der Stadt aufschlagen. Sie nimmt den treuen Malaquin und ihre Jungfrauen mit. Libanor's Zelt befindet sich in der Nähe.
Am andern Morgen steht Malatrie frühzeitig auf, tritt vor Libanor's Zelt und er- innert ihn an sein Versprechen. Libanor lässt sich wappnen, steigt zu Pferde und begiebt sich mit Malatrie, die ein Maulthier reitet, unter einen Olivenbaum.
Von dem Fenster seines Gemaches bemerkt Gerart den Sarazenen mit der Jung- frau, und gleich wird seine Kampfbegierde rege. Doch Gautier, der Thorwart, weigert sich, ihn hinauszulassen, bis der junge Ritter ihm mit dem Tode droht.
Malatrie gewahrt Gerart, dessen Anblick sie mit Bewunderung erfüllt:
„Mahom, com il est biax, cortois et acesmés!
Com li siet cil haubers et cil hiaumes gemés,
Li escus a son col, com sil i ert plantés!
Au sanblant pou li poise cil vers hiames gemés. Ves quele enforcheure, quel cors de bacheler!
Com lie la pucelle de cui il iert privés!«(fo 122 5)
Libanor eilt Gerart entgegen, der ihn jedoch bald aus dem Sattel hebt. Der Sieger nimmt das Pferd des Sarazenen und bietet es Malatrien dar. Als diese den Namen des jungen Helden vernimmt, will sie sogleich mitgenommen sein und verspricht, Christin zu werden. Malatrie besteigt wieder ihr Maulthier, dessen Zügel Gerart ergreift— aber Wehe unserm Paar! Die Sarazenen nahen!
Gautier bemerkt die Gefahr Gerart's und benachrichtigt Bovon, der seinem Sohne zu Hülfe eilt. Die Franzosen kehren mit Gerart nach Barbastre zurück, doch ohne Ma- atrie, deren Fluchtversuch also misslingt. Vor den Vater geführt, empfängt dieser sie mit den Worten:
„Fole garce malvaisse, com m'avwés vergondé!
Par Mahomel mon deu, dest mon chier aus,


