Aufsatz 
Le Siége de Barbastre und die Bearbeitung von Adenet le Roi / keller
Entstehung
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sich nach Narbonne zurückziehen. Die Stadt wird von den Sarazenen belagert, und Aimeri, für das Leben seines Sohnes und seiner Enkel besorgt, will, um sie zu retten, Narbonne übergeben. Doch die edle Hermengart macht ihm bittere Vorwürfe, erinnert ihn an seine Pflichten gegen Frankreich und den Kaiser und erklärt, sie würde mit ihren Damen die Stadt vertheidigen, wenn die Ritter zu feige dazu wären:

Alés vos en en France, la eité me laissiez,

Ancor ai. IIc. dames, bien voil que lou sachiez.

Toutes. IIc. sont filles à chevaliers proisiez,

Sodoiers an leu d'eles por nient gueriez.

An leu de. II. coars chevalierſs] me laissies!

Bien maintenrai la terre, se vo la m'otriez.(fo. 1122)

Aimeri, von dieser Sprache seiner Gemahlin entzückt, umarmt sie und fasst neuen Muth.

Inzwischen lässt der Emir die Gefangenen vor sich bringen und vernimmt, dass Bovon und seine Söhne zum Geschlechte des Aimeri gehören. Die Kunde erfüllt ihn mit grosser Freude; er will die gefürchteten Feinde auf der Stelle hängen lassen. Der Amustant schlägt hingegen vor, die Ritter mit Corsolt de Tabarie nach Barbastre zu senden. Zu Johannis, sagt er, kommen wir selbst dorthin, Mahomet und Apollo zu feiern. Dann soll meine Tochter Malatrie Libanor vermählt werden. Krönen werden wir sie zu Monloon und ihnen viele Länder als Mitgift geben.

Corsolt mit Golias, Gaudin, Gainor, Gaudras und 300 Sarazenen machen sich auf den Weg. Die Franzosen ahnen nichts Gutes:

Adi Aumeri, sire, nos gent vont a deelin.

Se dli sire n'en panse qui de Peve fist vin

4s noces do bon saint, de saint Archedeclin, ¹) A primes lor croist poine.(fo 113a)

Zu Barbastre empfängt die Gefangenen Amoravi,²) der, nachdem er sie misshandelt, befiehlt, sie in getrennte Kerker zu bringen. Orquenais, der Kerkermeister, wirft Bovon mit seinen Söhnen in ein unterirdisches Gefängniss, wo eine SchlangeBaaillais ³) genannt haust. Die übrigen Franzosen werden in einen benachbarten Turm eingeschlossen.

Buaaillais speit Feuer und bedroht die drei Ritter, welchepaor ont de lor vies.

Vergebens versuchen sie, sich des Ungeheuers zu entledigen; doch Gott wacht über seinen Getreuen.

In dem Schlosse beflndet sich ein Neffe des Emirs von Spanien, welchen dieser seines Erbtheils beraubt hatte. Clarion de Valdune, so war sein Name, erhebt sich vom Lager, überrascht den Kerkermeisser und bemächtigt sich der Schlüssel desselben. Er. begibt sich zum Kerker der drei Ritter und schlägt ihnen vor, er wolle sie befreien, wenn sie ihm ihren Beistand zusicherten. Bovon mit seinen Söhnen willigt freudig ein, worauf Clarion sich entfernt, um Waffen zu holen, mit welchen Bovon die Schlange tödtet:

¹) Ueber diesen Heiligen vgl. Paulin Paris im Jahrbuch für Rom. und Engl. Lit. I. 208. ²) D, h. der Almoravide. ³) Abzuleiten von baailler, nfrz. bailler.