Aufsatz 
Le Siége de Barbastre und die Bearbeitung von Adenet le Roi / keller
Entstehung
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Gautier(II p. 7) hält dafür, dass Berte aus grans pies gegen das Jahr 1275 entstanden sei. Da nun Adenet in der angezogenen Stelle seine Werke ohne Zweifel nach der Zeit ihrer Entstehung aufgezählt hat(was auch die Ansicht van Hasselt's ist), so kann man wohl annehmen, dass Beuves de Commarchis, als sein vorletztes Werk, gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts verfasst wurde. Um diese Zeit hatte der Dichter ein Alter von beinahe sechzig Jahren.

Zweck meiner Arbeit ist, eine Analyse der beiden Gedichte zu geben, zu zeigen, in wie weit Adenet dem Originale treu geblieben, oder sich von demselben entfernt hat, und endlich eine ästhetische Beurtheilung der Gedichte zu versuchen.

Le Siége de Barbastre.

Um Pfngsten hielt Graf Aimeri sein Hoflager zu Narbonne. Ausser dreihundert Rittern waren bei ihm seine Gemahlin Hermengart und seine Söhne: Guielin, Guillaume d'Orange, Bovon de Commarcis, sowie die Söhne des Letztern: Gerart und Guielin. Nach dem Banquet zogen die Ritter auf die Ebene vor Narbonne zu ritterlichen Spielen. Hermengart, die den Kämpfen der Helden beiwohnen wollte, liess für sich und ihre Damen dort ein Zelt aufschlagen. Doch schon naht ein drohendes Verhängniss aus der Ferne.

Der Emir von Spanien und der Amustant ¹) von Cordova sind in die Gascogne ein- gedrungen und haben den König Yon geschlagen und zur Flucht genöthigt.

Durch einen der Flüchtlinge von dem Herannahen der Ungläubigen benachrichtigt, stellt Aimeri sich an die Spitze seiner Mannen, um den Sarazenen entgegen zu zieben.

Der Kampf entspinnt sich auf der Ebene vor Narbonne selbst, schrecklich ist das Gemetzel, und Frau Hermengart fällt in die Hände der Feinde. Aimeri sieht die Gefahr seiner Gemahlin, sammelt um sich Guillaume au cort neis, Bovon de Commarcis, Hugue de Bargueline, Graf Angelier, Savari de Tolose, Grat Richier und viele andere, dringt auf die Sarazenen ein, befreit Hermengart und lässt sie nach Narbonne zurückbringen. Doch das Pferd Wilhelms wird getödtet, und seine Lage ist eine sehr missliche. Sein Neffe Gerart eilt ihm zu Hülfe, und tapfer kämpft Guielin gegen Corsolt de Tabarie. Aber die Zahl der Ungläubigen ist zu gross; Bovon, ²) seine beiden Söhne, Savari de Toulouse, Richier, Hunalt de Bretagne, Yofroi'Angevin und noch andere werden zu Gehugenem gemacht.

Von der Höhe der Mauer feuert Hermengart Aimeri an,, die Ritter zu befreien. Aber der Emir und der Amustant de Cordoue nahen mit 20, 000 Mann; die Franzosen müssen

¹) Das Wort amustant kommt vielleicht vom arabischen mustapha d. h. der Auserwählte, vgl. Gachet, glossaire roman des chroniques rimées de Godefroi de Bouillon cet. 1859 s. v. ²) Ich ziehe die FormBovon vor, weil sie im Texte häufiger ist alsBeuvon(Siehe v. 104. 126.)

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