Aufsatz 
Der Jonicus a maiore
Entstehung
Einzelbild herunterladen

.

Mit Recht behauptet aber Caesar gegen Jan, daß auch nach Westphals Auffassung in den Worten cum tantundem u. s. w. der Pyrrhichius und der Spondeus unberücksichtigt bleiben und daßz deshalb der wichtigste Fuß, der Daktylus, nur zur Exemplifizierung herausgehoben sei. Nur kann dann nicht, wie Caesar meint, et contra hinzugefügt oder hinzugedacht werden, da ja auch dann noch das Beispiel die kurze resp. lange sublatio und positio des Pyrrhichus und Spondeus vermissen ließe.

So entspricht der Sinn des Ganzen auch am besten den Worten des grammaticus Ambrosianus ed. Nauck p. 253 ff., der durchaus mit den Ausführungen des Victorinus in diesen Abschnitten übereinstimmt: ronν ν ν 1oν 6*ον eiοσ τ‿ειςσασσφες. νρρν, τονεατοο, ναιιο. 4ν⁴ανιανοσνσο⁸ε roντν ⁴ο α mho₰ṽ εεᷣσσ να σ oοus.

Ebenso bedeutungsvoll ist das über das 7νοο ϑιπ⁴α‿ον p. 40, 27 Angeführte: in duplo autem iambus, trochaeus, tribrachys, molossus: horum enim duplex sublatio, simplex positio est, vel contra. Die duplex sublatio und die simplex positio kann sowohl nach Westphals als auch nach Caesars Er- klärung allein auf den zweiten der genannten Füße, den Trochäus, bezogen werden. Im Trochäus ist jene sowohl der starke(W.) als auch der erste(C.) Taktteil, diese sowohl der schwache als auch der zweite. Was heißt nun vel contra? Folgende Variationen sind möglich:

1. Die Ausdrücke duplex und simplex wechseln ihre Stelle, die Substantiva bleiben. Daraus entsteht: simpl. subl. dupl. pos. Die Form des Fußes kann nur der Jambus sein. Was ist hier sublatio? Westphals Auffassung ist unmöglich; das schwache nμμεμον, nach Aristoxenus' Termino- logie, kann sie nicht sein, da sie im Trochäus unzweifelhaft das starke ist; sie muß demnach den beginnenden Taktteil bezeichnen.

2. sublatio und positio wechseln, simplex und duplex bleiben: dupl. pos. simpl. subl. Die Variation ist sinnlos, da derselbe Trochäus, von dem ausgegangen wurde, mit direkter Vertauschung der Bedeutungen sich ergäbe.

3. Sowohl die Numeralia als auch die Substantiva wechseln: simpl. pos. dupl. subl. Der entstehende Jambus würde mit Caesars Auffassung und Aristoxenus' Sprechweise streiten, Westphals Behauptung aufs beste entsprechen. Trotzdem ist diese Umkehrung unmöglich; denn hier wie im ursprünglichen Trochäus wäre die sublatio stets lang, die positio stets kurz. Aber Victorinus sagt von der Umkehrung der Füßze des genus sescuplex p. 41, 1: modo sublatio dimidio plus habet, modo positio. Was von diesem Geschlecht gilt, muß mutatis mutandis auch vom doppelten gelten. Daß die angoführten Worte hinter den Satz in sescuplo pedes tres, bacchius, palimbacchius,[amphi- brachys,] creticus zu stellen sind, ist klar; sie können sich nur auf diesen beziehen. Was ergiebt sich also für die Bedeutung von vel contra? Die Umkehrung von dupl. subl. simpl. pos. kann nur sein: simpl. subl. dupl. pos.: sublatio ist hier vom beginnenden, positio vom schließenden Taktteil gebraucht.

Will man allerdings mit Jan die Worte vel contra hier auswerfen und das Folgende so lesen: at in sescuplo pedes tres, bacchius, palimbacchius, creticus: horum vel sublatio tres partes con- tinet, positio duas, vel contra: nam modo sublatio dimidio plus habet, modo positio, so giebt es zwar den von Westphal gewünschten Sinn, aber die Anderung ist zu groß, als daß sie wahrscheinlich würe. Zuzugestehen ist etwa nur, daß zunächst auch für das gesamte anderthalbige Geschlecht eine genauere Angabe des Verhältnisses der Arsis zur Thesis ihre Stelle hätte finden können, als sie in den Worten modo sublatio dimidio plus u. s. w. enthalten ist. Aber bei dem Charakter der ganzen Zusammen- stellung ist eine so sorgfältig ausgeführte Symmetrie der einzelnen Teile nicht zu erwarten. Das fragmentum Ambrosianum giebt zwar hier nichts Wesentliches, es ist aber für die genaue Überein- stimmung mit Marius Victorinus bezeichnend, daß auch bei ihm die Aufzühlung mit dem Jambus beginnt, die Erklärung im ausgeführten Teile aber auf den Trochäus paft.