Aufsatz 
Der Jonicus a maiore
Entstehung
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späteren Erwähnung der duplex sublatio beimεeνοο ϑmeαον p. 40, 28 ausgeschlossen ist, so bleibt nach diesem Teile der Definition die Auffassung der sublatio als des ersten onuerov die allein möxgliche.

Der Zusatz p. 40, 16 item arsis elatio temporis, soni, vocis, thesis depositio et quaedam contractio syllabarum sagt allerdings das direkte Gegenteil des Vorhergehenden. Das von Caesar Ind. lect. hib. Marb. 1885 p. XII über die Ausdrücke elatio temporis und depositio Vorgebrachte verschärft nur diesen Gegensatz; die Beziehung des ersteren Ausdrucks auf die Bewegung des Körpers scheint mir zudem sehr zweifelhaft. Welche Bewegung soll denn gemeint sein? Beim Übergang aus der Ruhe doch nur das Aufheben des Fußes oder der Hand! Aber das ist ja sublatio sine sono, kann also nicht der sublatio soni gleichgesetzt werden. Nach meiner Überzeugung ist diese zweite Definition ein ganz fremdartiger, anderswoher entnommener Zusatz, der in den Zusammenhang des Kapitels durchaus nicht paßt. Wie er dem Vorhergehenden direkt widerspricht, so wird die weitere Betrachtung seinen Gegensatz auch zum Folgenden aufweisen. Nebeneinander herlaufende Ausführungen, die auf gan⸗ verschiedenen Anschauungsweisen beruhen, finden sich auch sonst bei Marius Victorinus nicht selten; ich erinnere nur an die Behandlung der Héroa αονↄΤn und ααemν☛χ☛ν⁴ neben und nach derjenigen der ueεανρα ππτνιωππυσενυννααχ.

In der folgenden Bemerkung über den Pyrrhichius: nam in pyrrichio tollitur altera brevis, altera ponitur, und den Spondeus: in spondeo quoque vicissim longa tollitur ac ponitur syllaba kann tollere und ponere sowohl nach Westphal vom starken und schwachen, als auch nach Caesar vom ersten und zweiten ꝓπσαιανειον gebraucht sein: die Stelle entscheidet nichts.

Die Angabe über Trochäus und Jambus bieten die codices Palat. und Paris. so: trochaeo autem et iambo contraria inter se ratio est: alterius enim prius longa tollitur, dehinc brevis ponitur; alterius secundum suam legem sicut supra dicti ordinis immutatur. Die Stelle ist in ihrem zweiten Teile korrupt. Weder die leichte Anderung Ritschls alterius secundum suam legem, sic ut supra dicti ordinis ratio immutetur noch der ansprechende aus Terentianus Maurus v. 1385(soll heißen 1384) hergeleitete Vorschlag Caesars secundum versam legem situs supra dicti ordinis immutatur entscheiden etwas für die eine oder die andere Ausicht. Wäre allerdings die nach legem möglicherweise zu statuierende Lücke mit Keil durch brevis ponitur, longa tollitur zu ergänzen die weitere Anderung desselben situ supra dicti ordinis immutato läßt den Sinn unberührt, so wäre die Frage zu Gunsten Westphals entschieden. Aber dieser in den Text aufgenommene Zusatz ist eben nur Konjektur; die Annahme einer Lücke ist keineswegs notwendig: die Worte alterius secundum u. s. w. bezeichnen ohne nochmalige bestimmte Angabe des umgekehrten rhythmischen Verhältnisses nichts Anderes als das sonst so oft gebrauchte vel contra. Denn wenn jenes rhythmische Verhältnis ausdrücklich beigesetzt war, so waren die Worte situ immutato oder sic ut immutetur überflüssig. Nimmt man aber den Wegfall der die contraria ratio bezeichnenden Worte an und der Umstand, daß sie hier zum erstenmal auftritt und deshalb genauer zu bestimmen war, sowie qas Folgende sicut in trochaeo et iambo ostendimus könnten dafür sprechen, so sind ja doch im Sinne Caesars auch die Worte brevis tollitur, longa ponitur möglich. So giebt auch diese Stelle keinen Ausschlag. Die beiden folgenden Sätze in dactylo taxatur sind für die vorliegende Frage unerheblich.

Wichtiger sind die Worte p. 40, 24, welche die Füße des 7εeνοοσ ⁶σοσσν zusammenfassen: et in simplo quidem erunt pyrrichius, spondeus, dactylus, anapaestus: horum enim par est sublationi positio, cum tantundem morae in duarum brevium positione quantum in unius longae sublatione habeatur. Bezeichnet sublatio resp. positio nach Westphal den starken bezw. schwachen Taktteil, so trifft dies auf den Daktylus und auf den Anapäst zu; sind aber nach Caesar diese Ausdrücke dem beginnenden und schließenden nuekoy gleichzusetzen, so ist das Beispiel nur für den Daktylus giltig.

Wöhlerschule 1889. 2