Aufsatz 
Über Strabos Geographica, insbesondere über Plan und Ausführung des Werkes und Strabos Stellung zu seinen Vorgängern
Entstehung
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Aus diesem Grunde hält er Medien für kalt, denn es fällt ihm nördlich von dieser Scheidungslinie Asiens(XI 13, 1 und 7 C 522 und 525). Persis' Küste ist heiß und sandig und arm an Früchten, das höher gelegene Land wohl bewässert und deshalb»allergiebig«(νεοοο-U-B ⁸Oeεεμριν aoiοσνσν τοοραε); der dritte Teil, das hohe Gebirge, ist kalt und die Wohnstätte der Hirten(XV 3, 1 G 727). Gebirge sind auch für die Niederschläge von Wichtigkeit(XV 1, 17 C 691).

Strabo berührt, wenn auch kurz, die klimatischen Verhältnisse Spaniens(III 2, 13 G 150), Britanniens(IV 5, 2 C 200), des arabischen Meerbusens(XVI 4, 17 C 776) und spricht von der Einwirkung des Klimas auf die Vegetation(III 4, 16 C 164 für die Nordküste Spaniens, IV 1, 5 C 179 für Südfrankreich, VII 5, 10 G 317 für Illyrien, XI 4, 3 C 502 für Albanien, XV I, 20 und 22 C 693 und 695 für Indien nach Eratosthenes und Onesikritus, XVͤ 2, 3 0 721 für Gedrosien, II 3, 1 G 96 ktür die Erde überhaupt), auf die Tierwelt(VII 3, 18 C 307 für die Gegenden an der Mäotis, XII 2, 10 C 539 für Kleinasien, XII 6, 1 C 568 für Lykaonien, XV 1, 24 C 695 für Indien nach Onesikritus) und auf den Menschen in Bezug auf Körperbildung und-Entwickelung, Lebens- weise(Nahrung, Kleidung, Wohnung), Beschäftigung u. s. W.(II 2, 3 C 96 für die Erde überhaupt nach Posidonius, V 2, 7 0 224 f. für Korsika, IX 2, 41 C 415¹) für Aspledon in Böotien, XI 13, 9 CG 526 für Medien, XI 14, 12 C 530 für Thessalien, XV 3, 10 G 731 für Susiana, XV 1, 13 C 690 und XV 1, 24 C 696 für Indien, XVII 1, 7 C 793 für Alexandria, XVII 2, 1 C 821 für die äthiopischen Völker). Luftströmungen und Winde mäßigen hohe Temperatur(XV 3, 10 C 731), dienen zur Sanierung einzelner Gegenden(V 4, 8 C 246) und erhöhen die Sicherheit der Schiffahrt (III 2, 5 C 144 und weiter unten nach Posidonius, der auch 1 2, 21 C 29 und II 2, 3 G 95 für die Bedeutung der Winde als Wolkenbildner citiert wird).

Strabo weiß aber auch, daß neben und in Verbindung mit den Eigentümlichkeiten des Landes zur Entwickelung der Völker die eigene Arbeit beitragen mußz, welche einerseits die vorhandenen Vor- züge zweckentsprechend benutzt und zur weiteren Entfaltung bringt, andererseits aber eine ungünstige oder gar feindlich gegenüberstehende Landesnatur überwindet, die Natur gleichsam denaturiert(riᷣ 8nεεεμειιEGνν ꝙp ðᷣoνν XVII 1, 3 G 787). Schon oben ist bemerkt worden, wie er nach der Erwähnung der Vorzüge Italiens in einer gedrüngten Ubersicht der Geschichte der Römer dieselben über den Gebrauch der ihnen verliehenen Gaben gewissermaßen Rechenschaft ablegen läßtt. Auch für UÜberwindung von Schwierigkeiten aus der geographischen Lage sind sie das klassische Beispiel. Das fruchtbare Land rings um das neugegründete Rom war fremdes Eigentum, der städtische Boden selbst. leicht angreifbar, so gewährte das»örtliche Glückslos«(orινν drXnon α) keine Aussicht auf günstigen Erfolg. Als aber durch Tapferkeit und Anstrengung des Landes Besitz erworben war, da uberschüttete sie das Glück mit seinen Gaben(N 3, 7 C 234).»Einiges ist allerdings von Natur vei den Völkern einheimisch,« sagt er II 3, 7 C 103,»aber das andere beruht auf Gewöhnung und Ubung(SeR⸗*ν Gð⁴doee). Nicht von Natur sind die Athener Freunde der Gelehrsamkeit und Litte- ratur(ꝓeιννο**), die Lacedümonier und Thebaner aber nicht, nicht von Natur die Babylonier und Agypter Weisheitsfreunde(ιισο⅔ςσf, sondern durch Übung und Angewöhnung. Auch der Tiere Vorzüge bewirken nicht die Orte allein, sondern auch die UÜbungen.« Und II 5, 26 C 126 finden wir die treffende Bemerkung:»Kalte und gebirgige Gegenden bewohnen sich von Natur zwar kümmer- lich, aber auch diese vermildern sich(Gueoonrah), wenn sie fleißige Bearbeiter erhalten.« Im Fol- genden zeigt er dann, wie in dieser Hinsicht Griechen und Römer, sei es an sich selbst, sei es bei den unterworfenen Völkern, sich bewährt haben.

¹) Ist allerdings von Meineke zum Teil als Glossem erklärt.