23 gehobener Sprache, eine gedrüngte Uebersicht dessen, was die Römer in kluger und thatkräftiger Be- nutzung dieser Vorzüge gethan haben, um die Herrschaft der Welt zu erringen(c. 4§ 2).
Das vielgestaltige Europa ist zur Civilisierung und Veredlung seiner Bewohner und Staaten am tauglichsten(ιοσ ομνιν ννρ eꝰ eocπσα ναά oX⁴ετεειν) und teilt auch den andern Welt- teilen das meiste seiner eigentümlichen Vorzüge mit(II 5, 26 C 126 f.). Da es mit Ebenen und Gebirgen»bunt durchwirkt« ist(éàn Jαmᷣrodντe, stou e ra* 39s„), so gewährt es die geeig- neten Räume sowohl für friedliche Landbauer und die Anlage von Städten, als auch für die Erhaltung der zu kriegerischen Unternehmungen tanglichen Mannschaft(C 127). Durch Hervorbringung der eigentlichen Nährfrüchte und den Besitz der vorzugsweise nützlichen Metalle im Gegensatz zu den von auswärts zu beziehenden Luxusartikeln, durch Uberfluß sodann an Zuchtvieh bei Seltenheit wilder Tiere stattet es seine Völker zu eigentlichen Herrschervölkern aus, wie es die Hellenen, die Macedonier und die Römer waren(eoπ½̈△νωωσꝛEλνν Qπαάιν ebendaselbst), deren Überlegenheit über die Barbaren, durch diese Vorzüge und eigne Tüchtigkeit erworben, an vielen Stellen hervorgehoben wird¹). Die Turdetanier im südlichen Spanien, die ein Land bewohnen, das,»selbst mit der ganzen Welt ver- glichen, an Fruchtbarkeit und Gütern der Erde und des Meeres keine ÜUbertreffung zuläßt,« sind auch die gebildetsten aller Iberer(III 1, 6 C 139); die Sanftheit ihrer Sitten und ihre Gesetzlichkeit ist eine Folge des Segens ihres Landes(III 2, 15 C 151 fe X6αᷣς 6d0Mαοοσσmν8xHν τ AuεοeνQõQoi3za! r5 O‿ιαηνν σꝓάυνννννQκνναε τοεν) Ganz dasselbe ist von den Bewohnern der Balearen zu sagen(III 5, 1 C 167). Auch sonst wird durch das ganze Werk hin der bestimmende Einfluß der Natur oder der Lage eines Erdraums auf die Bewohner in Gesittung, Thätigkeit, Körperbeschaffenheit und Lebensweise hervorgehoben, so bei Foruli im Lande der Sabiner V 3, 1 G 228, den Achäern an der Mäotis XI 2, 12 C 495, den Syrern südlich des Taurus im Gegensatz zu den Leukosyrern XII 3, 9 C 544, bei Komana im Pontus XII 3, 36 C 559, Selge in Pisidien XII 7, 3 C 571, Sitakene in Persien XV 3, 12 C 732, den Kossäern und Elymäern XVI 1, 18 C 744, den Skeniten im südlichen Mesopotamien XVI 1, 26 C 747, den Ituräern an der phönicischen Küste XVI 2, 18 C 755, den arabischen Ske- niten XVI 3, 1 C 765 und den Masäsyliern in Numidien(XVII 3, 11 G 831).
Diese Zusammengehörigkeit der einzelnen geographischen Faktoren eines Landes zeigt sich bei Strabo noch auf andere Weise. Zahlreich sind seine Hinweisungen auf klimatische Verhältnisse. Auch die Stoa, zu der sich Strabo bekannte(s. S. 32), beschäftigte sich bekanntlich mit Vorliebe mit Me- teorologie(Stob. Ekl. II, 596), und sein Homer spricht schon vom Klima(I 1, 4 C 2). Strabo weißz, dalz die Temperatur eines Landes nicht lediglich von der geographischen Breite abhängt. „Kappadocien liegt südlicher als Pontus, aber seiner Oberflichenform wegen ist es kälter«; Bagadania hat noch südlichere Lage, bringt aber aus demselben Grunde keine Obstbäume mehr hervor(XII 2, 10 C 539). Als Ursache der Hitze Susianas gelten ihm die im Norden vorgelagerten Berge, die kühlere Luftströmungen abhalten(XV 3, 10 C 731). Auch sonst hat er der Bedeutung der Gebirge für das Klima seine Aufmerksamkeit geschenkt. Er bebauptet, dafz die Schneegrenze auf der nörd- lichen Seite der Gebirge weiter herabreiche als auf der südlichen VI 1, 13 G 742). Der Taurus ist ihm Klimagrenze(und Wasserscheide) XI 1, 4 C 491, und die heutige Wissenschaft bestätigt dies ²).
¹)»Bei den Griechen herrscht Gesetzlichkeit und das Eigentümliche der Bildung und Wissenschaft, bei den Barbaren das Gegenteil« I 4, 9 C 67; den anlandenden Griechen gegenüber sind die iberischen Barbaren in ihrer Zersplitterung machtlos III 4, 5 C 158;»gegen eine wohlgeordnete und gut bewaffnete Schlachtreihe ist jedes Barbarenvolk und jede leichtgerüstete Truppe schwach« VII 3, 17 C 306.
²) Th. Fischer, Studien über das Klima der Mittelmeerländer. Ergänzungsheft No. 58 zu Petermanns geo- graphischen Mitteilungen. Tafel II, Karte 1. Neumann, Strabons Landeskunde von Kaukasien, Leipzig 1883, S. 353.


