schwankte lange in der Berufswahl zwischen Geschichte und Geographie, um sich dann ganz der letz- teren im eben bezeichneten Sinne zuzuwenden; Strabo schrieb zuerst seine iονππσοσσ⁴σ orouvn α und unternahm im höchsten Greisenalter die Abfassung seiner Geographumena, in denen Geschichte und Geographie sich in mannigfachster Weise ergänzen.
Den erkannten Zusammenhang zwischen Land und Leuten spricht Strabo geradezu aus, wenn er sagt, daß die Meder und die Armenier deswegen gleiche Sitten hätten, weil auch die Länder der- selben sich glichen(XI 13, 9 C 525). Wie weiter das Land die Bewohner beeinflußt, zeigt die Rau- heit und Wildheit der Bewohner der Berge an der nördlichen Oceansküste Iberiens, wo jeglicher Ver- kehr mit civilisierten Völkern fehlt(III 3, 8 C 155 xο Ʒm⁵νμιεμοοσν 2 ιmνιέες.. rueSnxe. lν σϑ⁶ιmανν◻εααοιαπαιιαιιι Die Nomaden Mesopotamiens hängen in ihrer Gesittung von der Nähe der gebildeteren Syrer ab(XVI 2, 11 C 753); Korsika, felsig und in den meisten Teilen völlig unzu- günglich, hat Bewohner von tierischer Wildheit(V 2, 7 C 224); von einem Teil der Bewohner Sar- diniens(ebendaselbst) und des östlichen Pontus(XII 3, 18 C 548) ist dasselbe zu sagen. Oilicia Tracheotis hat seine Bewohner geradezu zu Räubern erzogen: zu Lande haben sie die hohen Berge als Schlupfwinkel und jenscit derselben Völkerschaften im Besitze großer und leicht angreifbarer Ebenen, für den Raub zur See die Wälder zum Bau der Schiffe, die Häfen und Zufluchtsorte der zerklüfteten Küste(XIV 5, 6 G 671). Ahuliche Beschaffenheit ihres Landes oder der Nachbarschaft trieb die Be- wohner des mysischen Olymps(XII 8, 8 C 574), die Lusitanier(III 3, 5 C 154) und die Isaurier (XII 6, 5 C 569) zu gleichem Gewerbe.
Auf andere Völker wirkt die Ungunst des Landes anders. Aus Thucydides(I, 2) beweist Strabo, wie gerade durch die Kargheit ihres Bodens die Athener eigentümliche Sprache und Sitte bewahrt hätten(VIII 1, 2 C 333 roöro rolvy Hετ⁵ο(Sc. ro Aenrreν τεᷣ να mꝓταρσφρμεααeν iνκεεν 6αm) A³ rouν εꝓτ‿εομναοωυ νπόα mτον²˙ εꝓτεμνροεεεοσντς 21rεννy. Nach Ephorus triob des Bodens Unfruchtbarkeit die
Bewohner Xginas, der günstig gelegenen Insel, zum kaufmännischen Seegewerbe(VIII 6, 16 C 376),
ebenso die Natur der südöstlichen Pontusküste— Thunfischschwärme, schmale, dürftige Strandebene, da- hinter metall- und waldreiche Berge— die Cbalyben teils zum Bergbau, teils zum Fischfang(XII 3,
19 C 549); ähnliches gilt von den Bewohnern Eleas(VI 1, 1 C 252).
Besonders klar siud die physischen Ursachen der wachsenden Macht der Römer dargelegt (VI 4, 1 G 285 f.). Nach seiner günstigen geographischen Lage werde Italien wie eine Insel durch die Meere ringsum beschützt, und auf der verhältnismäßsig kurzen Strecke, wo es am Kontinente hänge, sei es mit schwer übersteiglichen Gebirgen gleichsam ummauert(rereixοσαι τ 6εσι σνσρσος 05%). Die geringe Zahl guter Häfen sichere gegen äufßere Angriffe, die Vorzüglichkeit der wenigen vorhandenen unterstütze Gegenangriffe nach außen. Die meridionale Ausdehnung der Halbinsel (τ‿εεαασναια το uπνο αἀναm⁵ enl u,◻☛α) bedinge Unterschiede des Klimas(drοπσεισναιιανιννιωασ αρασςσ dA*ν TE A**⁴σεέꝙ, die für Pflanzen und lebende Wesen nur von Vorteil sein könnten; inmitten beider Ubermaße der Hitze und Kälte liegend, besitze es die meisten Vorzüge der gemäßzigten Zone. Dazu komme der belebende Wechsel zwischen Berg und Thal, aus der Richtungslinie des langgestreckten Apennin sich ergebend, der zu beiden Seiten fruchtbare Ebenen und Hügel übrig lasse, und der Reichtum der Produkte jeglicher Art. Italiens Lage inmitten der größtten Völker des orbis antiquus mache es zur Oberherrschaft geeignet; die verhältnismälßzige Nühe eines jeden derselben befähige es sie mit leichter Mühe in Gehorsam zu erhalten. An diese Ausführungen schlielst sich nach dem Vor- bilde des Polybius und ganz im Ritterschen Geiste, hier wie dort als Ausdruck innerer Teilnahme in


