Aufsatz 
Über Strabos Geographica, insbesondere über Plan und Ausführung des Werkes und Strabos Stellung zu seinen Vorgängern
Entstehung
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der Natur gezogene Grenzen sind den künstlich bestimmten vorzuziehen; jene sind bleibend, diese ver- gänglich. Mag er II 1, 30 C 84= XVI 1, 1 C 736(über die Ausdehnung des Volkes der Syrer) recht oder unrecht haben, der Tadel über die Zerreißung desselben und seines einheitlichen Sprach- gebietes durch die Westgrenze der Eratosthenischen 3. Sphragis bestätigt das Gesagte. IV 1, 1 C 176 folgt er Cäsar in dessen auf Sprache und Sitte, sowie auf Gebirgs- und Flußgrenzen basierten Ein- teilung der gallischen Völker, berührt die späterhin von Augustus vorgenommene künstliche Abteilung nur flüchtig und rechtfertigt sein Verfahren mit der Bemerkung, daß nur die Darstellung der ersteren (6Gœα.. ꝓroιυ m⁷ϑυόιρασασσσα) Sache des Geographen sei, was die Regierungen mannigfach änderten, den Staat nach den Zeitumständen ordnend(rοοςσ τοοντ ⁴ꝙο ου᷑iι τοαάmeνσ νιμεμνο⁶), mõöge von andern be- handelt werden. Khnliches sagt er II 5, 17 C 121. Durch die Natur bewirkte Vorzüge und Nach- teile sind als bleibende zu berichten, durch künstliche Veranstaltung hinzugekoinmene und veränderliche höchstens nur dann, wenn sie längere Zeit bestanden haben und so zur Berühmtheit gelangt sind. Während einige von einer Scheidung der Kontinente überhaupt nichts wissen wollten, andere Asien und Libyen durch den Nil trennten, hält er unter Angabe seiner Gründe den arabischen Meerbusen für die naturgemäße Scheidelinie I 2, 28 C 35. Sonst sind auch Plüsse die natürlich gegebene Begrenzung der Länder XV 1, 26 C 696. In XV 2, 9 C 724 bestimmt der Indus in der Auf- zählung die Lage der Völkerschaften, in XI 8, 8 C 513 f. Oxus, Jaxartes und Paropanisusgebirge die der zahlreichen Zweige der Saken und Massageten; Turdetanien wird in seiner Lage durch Meer, Strom und Völkerschaften bestimmt(III 2, 1 C 141), ebenso Lusitanien(III 3, 3 C 152). Nach XII 8, 10 C 575 gruppieren sich die Völker um den Olympus; IX 2, 21 C 408 hält Strabo selbst im Gegensatz zu seiner wirklich befolgten Anordnung die durch die Lage der Seeen bestimmte Reihen- folge der böotischen Städte für die richtige; Ariane, durch das Meer, die Ausläufer des Paropanisus und den Indus eingeschlossen, ist ihm noch einigermaßen eörεοενρααος(II 1, 30 C 84). Die an- schaulich geschilderten Terrassen des Gebirgslandes Südpersiens von der flachen, sandigen Küste an bis zum rauhen Hochlande(Germesir und Tengistan) bilden je eine Welt für sich(XV 3, 1 C 727). Mehrfach erwähnt er die große Gebirgs-Landenge zwischen dem Issischen Busen und dem Pontus Euxinus, welche der Wirklichkeit im ganzen entsprechend Kleinasien vom übrigen Exrdteil ab- grenzt(XI 1, 5 C 491. XII 1, 3 C 534 u. 8.).

Es ist von mehreren Geographen gelegentlich ausgesprochen worden, wie Strabo das Gesetz, das 1800 Jahre später durch Ritter und seine Schule seine tiefere Begründung und Darstellung er- halten hat, bereits geahnt und nachzuweisen versucht habe, daß nämlich die verschiedenen geographischen Momente eines Erdraumes nicht vereinzelt stünden, sondern in ihrer Wechselwirkung und gegenseitigen Bedingtheit zur Erscheinung gelangten, wie insbesondere die Natur des Landes auf die Entwickelung seiner Bewohner und umgekehrt die Leute auf das Land wirkten und wie das Ergebnis dieses wechsel- seitigen Einflusses in den sich einander ergänzenden Disciplinen der Geographie und Geschichte dar- gelegt werden müsse. Ich will versuchen, aus Strabos Werk im Zusammenhange dasjenige zur Dar- stellung zu bringen, worin er, Historiker und Geograph, in der That sich als Vorläufer Ritters, des Verfassers der Erdkunde im Verhältnis zur Natur und Geschichte des Menschen, erweist. Ritter

uüber die Winde bei Homer, s.§ 21 eloh ε lνες ol Gαßσν⅔ und rοννναασν uρνρρ ερ‿ασσ Oααοαmαeνασννν e ⁴α mτν πmππν☛απνmνẽ mσν, in welcher Weise sonst unzähligemal(vergl. nur XII 8, 3 C 572) dieselbe Quelle an- geführt wird. Damit ist für diesen Teil die gleichzeitige Benutzung des Eratosthenes, Hipparch, Polybius und Posidonius, die öfters citiert sind, keineswegs ausgeschlossen, man müßte denn meinen, Strabo habe auch die Ein- leitung seines Werkes in mechanischer Weise andern entnommen. 3