1 turium sacrum im westlichen Spanien findet Artemidor als Augenzeuge einem Schiffe ähnlich; von drei vorgelagerten Inseln bildet die eine den Schnabel, die beiden andern die Ohrenbalken(III 1, 4 C 137 f.). Der in viele Teile sich verästelnde Hafen Brundisiums erinnert an ein Hirschgeweih(VI 3, 6 C 282), ebenso»das Horn« der Byzantier(VII 6, 2 C 320)— das goldne Horn—; die Rhion- Landspitze in Achaia heißt auch Drepanon wegen der Sichelform(VIII 2, 3 CG 335), das Inselchen l'syttalia vor der attischen Südwestküste»des Piräeus Augenschmutz«(IX 1, 14 C 395); Mittel- griechenland zerlegt sich in einzelne parallele Bandstreifen(rattac iνας...ανοαα.μμι—⁴οσ JIX 2, 1 G 400). Das der Ostecke der Okumene zulaufende Gebirge bildet mit der supponierten nördlichen Meeresküste die Gestalt eines Küchenmessers(τρσνμ⁵οοQõ u.‿.eρνέαν m²˖ονενσ), jenes die Schneide, diese den Rücken(XI 11, 7 C 519). Die Ide in Troas hat asselähnliche(τοαωππη ⁷*ρσmρπςιονοσα XIII 1, 5 C 583), der Berg Olympus auf Cypern brustförmige Gestalt(39 G% εαασόσοέ⁶⁶ ďÜV 6, 3 C 683). Das Nilthal zwischen den Gebirgszügen im Osten und Westen mit Ausnahmie der stärkeren Ausbeugungen gleicht einem nach Norden an Breite zunehmenden Gurtbande(so nach der allerdings unsicheren Les- art Xylanders xερι st. zppla und der noch zweifelhafteren Konjektur Groskurds 4ι/έ 6ν unναοο st. Gοναο⁴εν ⁸. 4. XVII 1, 4 C 789); Alexandrias Grundriß ist mantelähnlich(XXροοι⁸σές XVII 1, 8 C 793); die Insel Meroe— die Steppe zwischen Atbara, Nil und Bahr el Asrak um Schendi— schildförmig(Soεοεεν⁹ Paααν XVII 2, 2 C 821). Die Ebene der Flüsse Skamander und Simois im Gebiete des alten Troja trennt ein Bergrücken, der mit zwei zum NMeere verlaufenden Seitenarmen das griechische darstellt(XIII 1, 34 C 597); der Nil gleicht in seinem Laufe einem umgekehrt liegenden N(rᷣ ρϑ⁴νειμααιι τι N aεμεινρ deĩνασααάν XVII 1, 2 C 786), einer Variation der bekannten S-Form. Wem in jedem einzelnen Falle das geistige Eigentum an diesen Vergleichungen zuzuschreiben sei, ist schwer oder nicht zu beantworten, übrigens auch von geringem Belange, da selbst die Auffindung eines Namens die Entstehung des Typus noch keineswegs feststellen, sondern die Frage nur zurückschieben würde.
Oben ist erwäühnt worden, daß Strabo dem vergleichenden Momente in der Erdkunde ge- bührende Berücksichtigung zu teil werden ließ. Auch dieses Verfahren ist auf das Bestreben zurück- zuführen, durch Hervorhebung des Gemeinsamen oder Trennenden die behandelten Gegenstände in ihrer Eigentümlichkeit genauer zu fixieren und dem Leser in größzerer Anschaulichkeit vorzuführen. Schon Polybius hatte die Alpen mit den Gebirgen Thraciens und Griechenlands verglichen(IV 6, 12 C 208). Allerdings ist an das Systematische der modernen Behandlungsweise bei Strabo nicht zu denken, auch sind die Hinweisungen oft nur flüchtig geschehen, aber daß sie zu dem ausgesprochenen Zwecke be- stimmt sind, zeigen u. a. folgende Beispiele. Uber die Lage und Bedeutung von Messene und Ko- rinth schreibt er, zweckmäßzig Geschichtliches und Geographisches miteinander verbindend:»Die Stadt, der Messenier gleicht Korinth. Denn über beide Städte ragt ein hoher, abschüssiger Berg empor, der in die Stadtmauer eingeschlossen ist, so daß er zur Burg dient; der bei Messene heißt Ithome, der bei Korinth Akrokorinthus. Mir scheint daher Demetrius der Pharier zu Philippus, des Demetrius Sohn, sehr richtig gesprochen zu haben, als er ihm riet, sich dieser beiden Städte zu bemeistern, wenn er nach dem Peloponnes trachte.»Bist Du«, sagte er,»beider Hörner mächtig, so bist Du Herr der Kuh«, mit den Hörnern Ithome und Akrokorinth, mit der Kuh den Peloponnes bezeichnend. Wegen dieser vorteilhaften Lage stritt man sich auch stets um diese Städte. Korinth wurde von den Römern zerstört, später aber wieder aufgebaut; Messene vernichteten die Lacedämonier, aber die The- baner und nach ihnen Philippus, Amyntas' Sohn, stellten es wieder her« u. s. w. VIII 4, 8 C 361. Über den Städtebau bei Griechen und Römern heißt es V 3, 8 C 235:»Wenn die Hellenen bei Er-
Wöhlerschule 1887. 3


