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geometrische Figuren, in welche er auf der Grundlage der Scheidung der gesamten Okumene durch das Mittelländische Meer und dessen Fortsetzung, das Taurusgebirge, die sich ergebenden Hälften weiter- hin derart zerlegte, daß diese Sphragiden, auf jener Linie von den Säulen bis zur Ostspitze Indiens in ihrer Basis abgetragen, die gesamte Breite je der halben Okumene einnehmen. In ihrer genaueren Pestlegung aber bereiten sie mancherlei Schwierigkeiten, da das Verfahren von keinem der Späteren nachgeahmt worden ist. Ebenderselbe hatte von einer rautenförmigen Gestalt Indiens gesprochen (II 1, 22 C 78 5G εοπ † l und unter den Seiten die Begrenzung durch den Indus, das Gebirge und das Meer verstanden, letzteres allerdings nicht nach heutiger Kenntnis um das Dreieck des Dekan, sondern das Meer auf der Süd- und der gesamten Ostseite des Landes. Ariane, das östliche Persien, bildete ihm ein Parallelogramm(ebendaselbst).
Polybius, in vielen Beziehungen, wie wir oben gesehen, Strabos Vorbild, verglich die Nord- küste des westlichen Mittelmeeres einem stumpfen Winkel(dαιμ⁵μ νέασ, dessen Scheitelpunkt an der Südküste Galliens bei Narbo liegt und dessen Schenkel längs der Festlandsküste durch die Sici- lische Meerenge einerseits und die Säulen andererseits fallen(II 4, 2 C 105); wenn»einige behaupten« (V 1, 2 C 210), auch Italien bilde ein Dreieck mit der Spitze am Sicilischen Sunde und den Alpen als Basis, so ist auch dies auf Polybius zurückzuführen(II, 14), den dann Strabo bekämpft, ohne mit seiner eignen Konstruktion eines Vierecks der Wahrheit viel näher zu kommen.
So finden sich noch in zahlreichen Fällen geometrische Figuren zur Veranschaulichung be- sonders der Landkomplexe in Anwendung gebracht, ebenfalls häufig nach dem Vorgange anderer. Si- cilien, das alte Trinakria, bildet allbekanntlich ein Dreieck(II 1, 30 C 83 rHοε⁴έο), ebenso Bri- tannien(IV 5, 1 C 199); aus der Oberfläche Libyens kann man ein Trapez formen(II 5, 33 C 130), während XVII 3, 1 C 825 dessen Gestalt mit einem rechtwinkeligen Dreiecke verglichen wird; Mace- donien bildet ein Parallelogramm(aus dem 7. Buche§ 10 Mein.). Die Landschaft Patalene an der Indusmündung nennt Onesikritus Dreieck und Delta(XV 1, 33 C 701), und auch das typische Mün- dungsland des ägyptischen Stromes ist nicht vergessen(XVII 1, 4 C 788). Attikas nördliche Küste gegen Oropus hin ist eine mondförmige Bogenlinie(mπιννοειενν 6rιυστσνσο†ν εαρνε IX, 1, 3 C 391); nach Eudoxus hat eine von den Keraunischen Bergen nach Sunion gezogene, jedoch beim Antirrhion eingebogene Linie den Peloponnes im Süden, die epirotische und die nördliche Küste des korinthischen Meerbusens im Norden liegen(IX 1, 1 C 390), allerdings der Wirklichkeit nicht entsprechend.
In vielen Fällen geben Gegenstände mit ausgeprägter, leicht unterscheidbarer Form passende Vergleichungen ab. Auch hier ist Eratosthenes Vorbild. Er verglich Mesopotamien mit einem Ruder- schiffe(II 1, 23 C 79 drrnosερ), den Nillauf mit einem N(s. S. 17), wahrscheinlich geht die Ver- sinnbildlichung der Gestalt der Okumene durch die einer Chlamys auf ihn zurück¹). Spanien gleicht einer Stierhaut(5νοσρσ), die vorderen Teile nach Osten, d. h. wegen Strabos Orientierungsfehler bei diesem Lande nach Norden gelegt(III 1, 3 C 137, vergl. II 1, 30 C 83). Der Peloponnes ähnelt einem Ahornblatte(rAααατιανο †‿να VIII 2, 1 C 335, s. II 1, 30 C 83), der Pontus Euxinus einem gespannten scythischen Bogen: die Südküste bildet die Sehne, die Nordküste mit der taurischen Halbinsel das Horn des Bogens mit doppelter Krümmung(II 5, 22 C 125); Libyen, mit Oasen durch- fleckt(αm⁴αοιναυναασοο Oæσεσν II 5, 33 C 130), ist einem Parderfelle zu vergleichen. Das promun-
Ländern aufgeprägt habe, so ist doch dagegen zu bemerken, daß diese Sphragiden als bloße Hilfsfiguren auf dem gegebenen festen Untergrunde der orographischen, hydrographischen und ethnographischen Karte jene Funktion schwerlich ausüben konnten.
¹) Berger, Eratosthenes S. 219.


