Aufsatz 
Über Strabos Geographica, insbesondere über Plan und Ausführung des Werkes und Strabos Stellung zu seinen Vorgängern
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ansicht hat, oft im Zweifel, welches diese sei, zumal er bei den zahlreichen Wiederholungen, Rück- verweisungen und Vorausandeutungen an häufigen Widersprüchen leidet.

Die weiter von ihm angenommenen Parallelkreise und Meridiane sind nicht in regelmüßigen Abständen, etwa, wie Hipparch in seiner Breitentabelle es that(II 5, 34 C 132)), von Grad zu Grad für die Parallelen zu je 700 Stadien gewählt, sondern in ihrer Position ebenfalls wieder auf die Okumene beschränkt und innerhalb dieser nach bekannten und besonders bezeichnenden, meist aus der Eratosthenischen Karte herübergenommenen Punkten verschiedenster Lage bestimmt(II 5, 16 C 120 Tαναμν ⁶ναα α fh!]αα αετςα οσν, und vorher kreurra raντa(dem Pa- rallel von Rhodus und dem Hauptmeridian) ανο⁴αρμννμωνυο εłπιιmOνυνυακς 6q́ rν᷑τοα diαιρεεν ααρσ raντασασςα τνν ⸗ν zal rhy SAαav, IG, H vOl rrTGvoOAsv. Eine zusammenfassende Be- sprechung der wichtigeren dieser Linien, wie sie im Anschluß an diese allgemeine Bemerkung wohl am Platz gewesen wäre, findet sich bei ihm nicht. Die als besonders wichtig hervorgehobenen Pa- rallelen, auf dem Meridian von Alexandria verzeichnet, laufen durch die Kinnamomküste, Meroe, Syene, Alexandria, Rhodus, Alexandria in Troas, Lysimachia, Byzanz und die Borysthenesmündung(II 5, 35 ff. C 132 ff.). Aus Pratosthenes sind weiter die wichtigsten Punkte der pezeichneten Breitengrade nach Osten und Westen vom genannten Meridian, wie z. B. des Parallels von Rhodus(II 5, 39 C 134) und des von Lysimachia(§ 40), sowie die Entfernungen vom Aquator in Stadien hinzugefügt.

Dazu benutzt er Hipparchs Klimentafel derart, daßz er derselben besonders die Beobachtungen über die Dauer des längsten Tages(in Meroe 13 Stunden, in Syene 13 ½ Stunden, auf dem Parallel südlich von Alexandria 14 Stunden, in Phönizien 14 ¼ Stunden, in Rhodus 14 ½ Stunden, zu Alexandria in Troas 15 Stunden, in Byzanz 15 ¼ Stunden, 1400 Stadien nördlich von der Einfahrt in den Pontus 15 ½ Stunden, 3800 Stadien nördlich von Byzanz 16 Stunden, 6300 Stadien nördlich davon 17 Stunden), Angaben über den Stand der Sonne und der Sterne an bestimmten Tagen u. s. w. entnimmt. Eine Vereinigung der beiderseitigen Bestimmungen ist ihm in keiner Weise gelungen. Die von ihm aus Hipparch angegebenen Standorte fallen, wie aus Obigem ersichtlich, keineswegs immer mit den gangbaren Eratosthenischen Parallelen zusammen; die 700 Stadien der Gradeinheit Hipparchs gehen in den angeführten Stadienmaßen nicht auf; die vagen Angaben wie Zimtküste, Gegend um Ptolemais, Sidon und Tyrus in Phönizien hat er ohne viel Um- stände mit den von Grad zu Grad genau fixierten astronomischen Bestimmungen Hipparchs verbunden.

Für die Geschichte der geographischen Methode dürfte es von Interesse sein zu sehen, wie

Strabo weiterhin im Bestreben größzerer Deutlichkeit und Anschaulichkeit mathematische Figuren und Hilfslinien zur Bestimmung der Lage, Richtung und Form der einzelnen geographischen Objekte zur Anwendung gebracht, auch diese letzteren nach dem Vorgange Früherer mit Gegenständen des gewöhn- lichen Lebens verglichen hat.

Schon Eratostheues, dessen ganzes System auf der geometrischen Methode basierte, hatte, wahrscheinlich nach Dicäarchs Vorgang²), die sog. Sphragiden oder Siegelflüchen³) zu Hilfe genommen,

¹) Vergl. auch Berger, Hipparch S. 39 ff. ²) Berger, Eratosthenes S. 166.

³) Auch einfach ueęοσꝓν, deoideg und wieςα.ραφμe zum Zwecke der Veranschaulichung rαινεοεα »kleine Ziegel«, dann Vierecke überhaupt genannt. G' †ςααρρς, welches nach Schol. Villois. zur Ilias 8 200 den von der ꝓανν, dem Ringkasten, umschlossenen geschnittenen Stein des Siegelringes bedeutet, will H. Ber- ger a. a. O. S. 223 f. lieber vom Vergleiche eines mit Edelsteinen besetzten Diadems her betrachtet wissen; wenn

er aber meint, Eratosthenes habe wohl auch an den Stempel der Eigentümlichkeit gedacht, den die Natur den