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Zimtlande bis jenseits Jerne(Irland) II 5, 9 C 116 und II 1, 13 C 72. Die Entfernung von den westlichen Landspitzen bei den Säulen bis zum östlichen Punkte des Meerbusens von Issus beträgt 30,000 Stadien, von dort bis zum Ostende der Ökumene 40, 000 Stadien(II 1, 35 C 87, II 4, 3 G 106, XI 11, 7 0 5 10) ¹). Hauptparallel, auf dem die Längenmessung erfolgt(II 4, 7 C 108), ist ihm wie Eratosthenes, dem er im Grundriß der Karte im ganzen folgt, derjenige, der durch das heilige Vorgebirge, die Säulen, die Sicilische Meerenge²), Rhodus, Issus, den Taurus und seine Fort- setzung läuft(II 4, 3 C 106, II 5, 14 G 118); der Hauptmeridian als zweiter der beiden»Richt- stäbe« der Karte(mπα II 5, 16 C 120, vergl. II 5, 34 0 131), auf dem die Parallelen ge- messen werden, geht durch Meroe, Syene, Alexandria, Byzanz und die Borysthenesmündung(I 4, 2 C 63, II 5, 7 C 114 und öfters). Die Maße des Parallels werden gefunden, indem derselbe oder ein entsprechender gleichlaufender Weg qurchwandert oder zur See durchfahren wird(II 4, 7 C 108), diejenigen des Mittagskreises am gewöhnlichsten qurch den Gnomon oder Sonnenzeiger(I 4, 4 C 63, II 5, 24 C 126), dessen mittägige Schattenlänge zur Zeit der Aquinoctien gemessen wurde. Doch hält er die Anwendung dieses Instrumentes nur bei Bestimmung kleiner Entfernungen für notwendig und will sich in seinem unmathematischen Sinne für größere Weiten auf die Art der Produkte, die Unterschiede der Temperatur u. a. verlassen(II 1, 35 C 87). Dahin gehört auch seine von be- schränkter Anschauung in diesen Dingen zeugende Bemerkung, daßz die Übereinstimmung aller Merk- male oft zuverlässiger sei als ein Werkzeug(II 1, 11 C 71). Da indessen Strabo alle diese An- sichten keineswegs im Zusammenhange vorträgt, sondern nur gelegentlich bei der Kritik seiner Vor- gänger, besonders des Eratosthenes und Hipparch,»versucht, ob er einige Berichtigungen anbringen kann«(I 4, 1 G 62), so ist man, wenn er über Punkte der mathematischen Geographie eine eigene
¹) Dieses sind die vier wichtigsten Angaben über die Größe der»bewohnten Welt« nach Strabo. Der Natur der Sache nach ist nur die vorletzte geeignet, durch den Stand unseres heutigen Wissens im einzelnen kontrolliert zu werden. Ich nehme aus ihr denjenigen Teil heraus, der die Länge des Mittelmeeres bestimmt, in dessen Gebiet die genauesten Entfernungsangaben der Alten zu suchen sind. Nun rechnet Strabo II 4, 3 C 106 vom ISsischen Busen bis Rhodus 5000 Stadien, von da bis zum Vorgebirge Salmonium(C. Sideros) auf Kreta 1000, bis zum Vorgebirge Kriumetopon(C. Krio)(über) 2000, weiter bis Pachynos(C. Passero) auf Sicilien 4500, von dort bis zum sicilischen Sunde(über) 1000, zuletzt bis zu den Säulen 12,000 Stadien(ich folge bei der letzten Entfernungsangabe Porte du Theils, Groskurds und Meinekes Lesart εονς Ʒ⁶σνα⁴ονε, da Strabo nicht bloß unmittelbar vorher, sondern auch II 5, 19 C 122 dieselbe Zahl für dieselbe Weite hat, gegen Forbiger, der „13,000 liest). Die Summe dieser Teilstrecken, die auf dem Hauptparallel von Rhodus angesetzt sind, beträgt 25,500 Stadien. Das Mittelländische Meer hat aber, auf dem 36° nördlicher Breite gemessen, in Wirklichkeit eine Länge von 41 41⁄+ Ein Grad dieses Parallels beträgt 12,15 geographische Meilen(90,2 Kilometer), die ganze Länge des Mittelmeeres daher 506,45 geographische Meilen. Jene Entfernungsangaben Strabos sind nun höôchst- wahrscheinlich aus Hipparch entlehnt, der den Xquatorgrad nicht wie gewöhnlich zu 600, sondern zu 700 Stadien annahm, sodaß hiernach eine geographische Meile nicht nach der allgemeinen Berechnungsweise 40, sondern 46,66 Stadien ausmacht. Für jene 506,45 Meilen sind also ca. 23,530 Stadien einzusetzen: Strabo hat 2000 Stadien zu viel, was nicht zu verwundern ist, wenn man bedenkt, daß alle ohne Instrumente zu Wasser oder zu Lande ge- messene Entfernungen stets zu groß genommen worden sind.
²) Peschel, Gesch. d. Erdk. S. 51 Anm., versteht unter der Enge bei Sicilien(II 4, 3 C 106) nicht die Straße von Messina, sondern die Meerenge zwischen Sicilien und Afrika(Pantellaria). Das ist falsch. Strabo erwähnt zwar die letztere als die Ostgrenze des westlichen Teiles des Mittelländischen Meeres(II 5, 19 C 122), bemerkt aber von jener,»der Enge von 7 Stadien gegen Italien hin«, ausdrücklich, daß durch sie die Linie von den Säulen nach Rhodus und dem Taurus verlaufe, die die Länge des Meeres bestimme. Daß in Wirklichkeit der 36. Breitengrad durch jene von Peschel angenommene Meerenge geht, kommt für Strabos Ansicht nicht in Betracht.


