Aufsatz 
Über Strabos Geographica, insbesondere über Plan und Ausführung des Werkes und Strabos Stellung zu seinen Vorgängern
Entstehung
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KApollodor beruhenden Behandlung der im homerischen Schiffskatalog aufgeführten Völker zeigt, in hohem Grade von seiner Quelle abhängig.

Es ist vorhin erwähnt worden, daß Strabo sich Polybius in manchen Beziehungen zum Vor- bild genommen habe. Einige dieser Xhnlichkeiten sind bereits angeführt, andere werden passend zur weiteren Illustrierung des Verfahrens Strabos auch in einzelnen Punkten hier angeschlossen.

Polybius ist ausführlich in der Schilderung der Lage wichtiger Städte, vergl. I. 41. 1, 42 (Lilybäum), IV, 38 und 44(Byzanz), V, 22(Sparta), X, 10(Neukarthago); Strabo thut dasselbe in der genauen Topographie von Alexandria, Korinth, Rom(V 3. 7 f. C 234 f.) und in kürzeren Be- merkungen über Aquileia(V 1, 8 C 214), Epidaurus(VIII 6, 15 C 37³), Elatea(IX 3, 2 C 418), Delphi(IX 3, 3 C 418), Demetrias(IX 5, 15 C 436), Tyana(Xl 2. 7 CG 537), Sinope(XII 3, 11 C 545), Sestos(NXIII 1, 22 C 591, dieses direkt nach Polybius IV, 43 f.). Ephesus(XIV 1, 21 ff. C 640 f.) u. a.

Wenn er X 3, 5 C 465 jenen sagen lüßt: 2⁴λ μιάιεα Ep 090 EnT,Sa rEoI XrOEO) ꝓν£έ☛˙εμι uετανναασ ασςσεονν d⁴νμν△☛ραν, so ist dies nicht nur Strabos eigne Meinung, sondern er hat diese Gegenstände auch wirklich überall seinem Werke eingeflochten. Es braucht nur an die Dar- stellung Großgriechenlands im 6. Buche erinnert zu werden.

Verbindung von Geschichte und Geographie derart, daß letzterer die dem Leser nützliche Veranschaulichung der natürlichen Grundlage des Geschehenen obliegt ¹), zeigt auch Polybius überall und hat solches als beabsichtigt V, 21 ausdrücklich ausgesprochen.

Beide lieben die Veranschaulichung der Lünderformen durch geometrische Figuren: Polyb. II, 14, Strab. II 4, 2 G 105; für Strabos Verfahren vergl. S. 16.

Wie Polybius seiner Reisen sich rühmt, um das geschichtlich Überlieferte an der örtlichkeit kontrollieren zu können(III, 48 und 59), so übt auch Strabo öfters Kritik aus den Ergebnissen seiner Autopsie: XVI 4, 15 C 774 f. über das Nashorn gegen Artemidor, XVII 1, 24 0 804 über das Schö- nenmaß gegen denselben, XVII 1, 34 C 808 über die Linsensteine vor den Pyramiden, XVII 1, 46 C 816 über die tönende Memnonssäule, XVII 1, 49 G 818 über den heiligen Vogel der Kthiopen, und ist hierbei ebenso scharf gegen Herodot(XVII 1, 52 C 818) und die Gewährsmänner der Nachrichten uber das Standbild der iliadischen Athene(VI 1, 14 C 264), wie Polybius sich XII, 28 über den Buchgelehrten Timäus ausspricht; schurfe Auslassungen gegen die Vorgänger, wie sie fast das ganze zwölfte Buch des Polybius in seinen Überresten erfüllen, hat, auch sonst Strabo trotz ausgiebiger Be- nutzung jener in reichlich genügendem Maße.

So ist ihm derselbe auch ein Vorgänger im häufigen Widerspruch gegen Eratosthenes(II, c. 4 und VII 5, 9 C 317) und in der Verwerfung der Nachrichten des Pytheas(8. oben S. 4). Dagegen ist er ihm auch wieder für die Wertschätzung des Eratosthenes für Asien maßgebend: XIV 2, 29 C 663 stützt sich Strabo bei Besprechung Artemidorischer Längentafeln durch Vorderasien ausdrücklich auf des Polybius Urteil über Eratosthenes.

Wie Polybius seine Zeit als den Beginn einer neuen Epoche der Erdkunde bezeichnet(III, 59. 1V, 40), so sind auch von Strabo, wie oben bemerkt, die umfangreichen Kriegsexpeditionen der letzten Zeit, als die Grundlage einer wesentlichen Erweiterung der Geographie hervorgehoben worden(II 1, 41 C 93).

Auch jener beschränkt sich auf die Darstellung der Okumene(III, 37) und teilt dieselbe, wie Strabo I 4, 7 C 65 f. gegen Pratosthenes es thut, in drei Erdteile(ebendas.), allerdings mit anderer Teilungslinie zwischen Asien und Libyen.

¹) S. S. 26