Aufsatz 
Über Strabos Geographica, insbesondere über Plan und Ausführung des Werkes und Strabos Stellung zu seinen Vorgängern
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

merkungen ¹), Rätsel ²), Dichtercitate ³) und Sprichwörter, besonders wenn sie geographische Verhältnisse andeuten ¹).

Bekanntes will Strabo übergehen(VIII 5, 5 C 365), damit es nicht scheint, als wolle er bereits von andern Gesagtes wiederholen(VIII 6, 18 C 376 5), im übrigen aber auf gleichmäßige An- lage und Ausführung bedacht sein(IX 1, 16 C 396 ν,G rAEO»⁴οσιιν); er tadelt den Periegeten Polemon, daß er Eleusis als einen der 170 Landgaue Attikas erwähnt habe, aber nun keinen weiteren nenne. Geographische Objekte, die nicht schon einen gewissen Namen und Ruf erhalten, übergeht er gern(XVII 3, 9 C 829 x6 ν S ενι ιμαασπσ A9xνεε νο αl) und verweilt bei dem vor alters(XIII 1, 65 C 614) oder in der Jetztzeit Berühmten und Großen(ĩ1 1, 23 C 13), insofern es»geschäftswichtig, leicht erinnerlich und angenehm« ist.) Nicht angenehm dagegen ist ihm die Aussprache vieler aus- würtigen Völkernamen, die er deshalb übergeht(XVI 4, 18 G 777).

Die Zustände der Gegenwart zu schildern ist ihm wie Polybius in den geographischen Partieen) selbstverständlich die Hauptsache; sei aber der gegenwärtige Zustand eines Landes der Ge- schichte desselben nicht entsprechend, so müßtten auch frühere Zeiten berücksichtigt werden. Indes ermangeln seine eigenen Angaben über sein desfallsiges Verfahren und dieses selbst nicht des Wider- spruchs. Wenn man Stellen wie VIII 8, 1 C 388 ο⁴ τν IGoραν πααννανε&νm⁴νιαν d oO,mφςο ⁴μαάφαχςμοωÖνν sεl ντα VIII 8, 2 eupetn re Za³Ʒεᷣανν να, 85905 050dv 3Selos du rhy égnHtav, und V 1, 9 C 215 xA& roll... 6. Jer, 0508 Td oοτν Oπι☛ν εꝓ roĩc rdnots vergleicht, so möchte man meinen, daß er in seiner nur den Nutzen berechnenden An- schauungsweise und ganz entgegen dem wahren historischen Prinzip nur dann früher Bestandenes der Erwähnung wert gehalten habe, wenn es in irgend einer Weise in der Gegenwart einen Anknüpfungs- punkt fand. Allerdings drängt ihn oft geradezu der trostlose Zustand der Gegenwart zu dem Alten überzugehen(X 2, 23 C 460). Und wenn auch nicht wie in Samnium(V 4, 11 C 249) das Be- stehende durch die römische Herrschaft einfach ausgerottet wurde, so ist doch der alles nivellierende Einflußz derselben und die Verwischung der Völkerindividualität keineswegs im Interesse der von Strabo bevorzugten Ethnographie gewesen. Das bedauert er selbst wiederholt. Jetzt sei es dahin gekommen, klagt er bei der Beschreibung Großgriechenlands(VI 1, 2 C 253), daß außer wenigen alle Hellenen- städte ausgeartet(&xgεaερρανεαι Oεε8νε ν) und die Volkstümlichkeit(x ³εm) von Sprache, Bewaffnung, Tracht u. s. w. völlig verschwunden sei.»Jetzt sind die Gallier durch die Römer ihrer Sitten entwöhnt«(IV 4, 5 C 198) und»wir nehmen unsere Darstellung aus den alten Zeiten her (IV 4, 2 C 195). Sonst aber ist er in dieser Beziehung, wie es sich am deutlichsten in seiner auf

¹) VI 1, 8 C 260 Wo viele Arzte sind, gieht es auch viele Krankheiten.

²) III 2, 9 C 147 über den attischen Bergbau.

²) III 2, 14 C 151 Anakreons Lied über das Glück des tartessischen Herrschers, IV 1, 7 C 183 Aschylus über das Steinfeld la Crau bei Massilia.

*) VI 1, 12 C 262»Gesunder als Kroton«, IX 2, 4 C 402»Thracische Ausflucht«, VIII 6, 20 C 378 »Vergiß, umfährst du Malea, die Heimat erst«(Stürme am Kap), ebendas.:»Nicht jedem Manne die Fahrt zur Stadt Korinthos frommt«(Vergnügungssucht in K.), X 4, 17 C 481»Der Krete kennt das Meer nicht«(von einem, der sich unwissend stellt, ohne es zu sein).

³) Das will er sogar gegenüber seinem eigenen Geschichtswerk in Bezug auf die parthische Verfassung vermeiden XI 9, 3 C 515, was allerdings zu den sonstigen unzähligen Wiederholungen seltsam kontrastiert.

) Vergl. XIII 1, 1 C 581.

²) Str. X 3, 5 C 465 IIo⁴. υ[☚μριοο ,.. ℳεεες Ʒϑ pnolb τ᷑ ννν dναα InXνσσνοννν Qπα mνακρει Stασαινςσ TOG! Nœαmσειμανμνωρννν τονmσο Td εᷣασσαυν παιατασονν TOεοροαꝓ††νσσ.

Wöhlerschule 1887. 2