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Zum Verständnis und zur Lösung vieler auf das physische Gebiet sich beziehender Fragen dürfen mathematische, insbesondere astronomische Kenntnisse nicht fehlen(I 1, 12 C 7), die hauptsächlich bei der Bestimmung der geographischen Länge und Breite erforderlich sind. Die Aufnahme dieser Dinge in ein geographisches Werk finde aber ihre Begrenzung in dem geistigen Horizonte und den Interessen der Leser, die dem bürgerlichen öffentlichen Leben angehören(I 1, 14 C 8 deara 4*ναέονν... En! roœαοοσmαον„ ασσν νσέι 1 OXν¶mέααοωαεεμν Jα.ρασ). Sein Leser— in I 1, 21 C 12 der Staatsmann und Feldherr— müsse daher vieles aus diesem Gebiete auf Treu und Glauben annehmen, gewisse Vorkenntnisse jedoch dürften auch hier nicht fehlen. Als solche bezeichnet er die Kenntnis der Parallelkreise und Meridiane, des Tierkreises, bekannter Sternbilder u. s. w. Diese würden indessen in dem bei Freigeborenen gewöhnlichen Vorbereitungkursus wissenschaftlicher Bildung schon erworben sein(I 1, 22 C 13). Demnach ist sein geographisches Werk wie auch seine früher abgefaßtte Geschichte auf Leser aus den höheren Ständen berechnet(I, 1, 23 C 13 uA⁴νιαισαννα (*ο G) rodo ν aαν bneοεςαs(Sc. dνρας); für Kornmäher und Gartengrüber schreibt er nicht(II 5, 1 C 110). Das Elogium der Mathematik und die Anwendung derselben auf geographische Fragen er- scheint übrigens nur im ersten Teile seines Werkes und weiterhin nicht, mehr; es scheint fast, als sei sie bloß zum Erweise eines möglichst weiten Umfanges seiner Wissenschaft und— seines Wissens hervorgehoben worden. In der That ist in diesen seinen grundlegenden Bemerkungen das Streben nach Vielseitigkeit im Wissen(I 1, 1 ππυά èwᷓꝗSeα, I 1, 7 C 4 Peoεραρeνμον) als Aufgabe des Geographen deutlich ausgesprochen, und findet sich dieses weiterhin in der Beschaffenheit des aufge- nommenen Materials bestätigt.
Von einzelnen Zweigen der Gesamtdisciplin erwähnt er noch die Klimatologie in I 1, 13 C 7 OrAouvree*lα Sdνανα α Togn ar dλς τνακ το&εεmντοοσ ¶σσο ¹) Detailliertere Hydro- graphie ist deshalb erforderlich, weil durch Flüsse natürliche Begrenzungen gewonnen werden, auf die außerordentliches Gewicht gelegt wird(XV 1, 26 C 696). ²)
Die Aufnahme von geschichtlichem Stoffe, ebenso wie alles Übrige nach praktischer Verwert- barkeit ausgewählt, gilt ihm selbstverständlich(I 1, 19 C 11). ³) Hier geht er im Anschluß an Poly- bius(II, 14) bis auf die ältesten Zeiten zurück und hebt das Bedeutende zur Gewinnung von Über- sichten hervor(VI 1, 2 C 253). Durch Fabeln, die in mäßziger Zahl zugegeben werden dürfen, hofft er jenen ein nicht unedles(ouræ&vνεεεον) Vergnügen bereiten zu können, welche etwa den Schau- platz derselben aufsuchen wollen(I 1, 19 C 11).
Wie er selbst über die Berechtigung denkt ein neues geographisches Werk denen der Vor- gänger anzuschließen, lesen wir im 2. Kapitel des 1. Buches. Er findet es keineswegs tadelnswert über bereits behandelte Gegenstände zu schreiben, wofern nur nicht alles auf dieselbe Weise vorge- bracht wird(I 2, 1 C 14). Einige Seiten des Faches waren bereits zur Genüge durchgearbeitet, so vor allem die von Pratosthenes aufgenommene und von Hipparch tiefer begründete mathematische Geographie; auch der rein physikalische Teil hatte in Posidonius seinen Bearbeiter gefunden. Ihm verbleibt daher neben einer flüchtigeren Berührung dieser Zweige nicht nur die Länder- und Orts- beschreibung, sondern auch die in der That überall bei ihm hervortretende Behandlung des politisch- ethnographischen Gebietes, wie es im enger bestimmten Raume und begrenzter Zeit von Polybius in vielen Teilen seines Geschichtswerkes zur Darstellung gebracht worden ist.
Verel. S. 23 f.
²) Uber den der Orographie von ihm eingeräumten Platz siehe Näheres S. 20 ²) Uber das Verhäaltnis desselben zur Geographie u. das gegenseitige Ineinandergreifen beider vergl. S. 25 f.


