Aufsatz 
Bericht über die an der Anstalt abgehaltenen physikalischen Schülerübungen
Entstehung
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3. Messungen an irdischen und himmlischen Objekten mit dem Ebleschen Lot-Quadranten (Verlag von E. Gutzkow in Stuttgart) im Hause und auf dem Schulhofe.

4. Arbeiten mit einem Präzisionsinstrument. Durch eine außerordentliche Bewilligung war es möglich, einen Hillebrandtschen Universal-Theodolithen anzu- schaffen. Das Universal(Nr. 70 des Firmenkatologs) hat bei dem genannten Preise von 450 Distanzfäden, Fäden für Sterndurchgänge, Okular-Prisma, Sonnenblende, Aufsatzkompaß, Kasten und Stativ.¹) Mit diesem feinen Apparate nun wurde, nach einigen Prüfungen auf seine Zuverlässigkeit, eine Reihe von Horizontal- und Vertikalwinkeln gemessen und dabei der Gebrauch des Nonius eingeübt. Einige Aufgaben aus der niederen Geodäsie schlossen sich an, sowie die Bestimmung der magnetischen Deklination. Dazu kamen Übungen im Abschreiten und Messen einer Basis.

5. Prüfung der Wage auf Gleicharmigkeit, Empfindlichkeit. Anwendung der Schwingungs- methode.

6. Bestimmung des spezifischen Gewichts verschiedener Substanzen nach verschiedenen Methoden.

7. Versuche und Messungen an einer Dynamo-Maschine. Schaltung von Glühlampen, Regulier-Bogenlampen. Drahtschmelzen, Elektrolyse, Benützung von Elektromotoren.

8. Bestimmung von Schwingungszahlen mit der akustischen Schreibtrommel und der Sirene.

Unter-Prima.

In der ersten Hälfte des Sommerhalbjahres wurden auf dem Schulhofe Feldmeßaufgaben ausgeführt. Nachdem sich die Schüler mit der Einrichtung des Ohmannschen Feldwinkel- messers und des Winkelspiegels vertraut gemacht hatten, wurden einige Längen- und Höhen- messungen an dem Schulgebäude und der Turnhalle vorgenommen; sodann wurde zu Flächen- messungen übergegangen. Hieran schloß sich die N ivellierung des auf dem Schulhofe befindlichen Weges und zum Schluß die Meßtischaufnahme einer abgesteckten Fläche in vorgeschriebenem Maßstabe.

Nach den Sommerferien lernten die Schüler einige von den inzwischen eingetroffenen Schülerapparaten kennen, mit welchen sie dann das spezifische Gewicht einer Anzahl fester Körper(Blei, Kupfer, Messing, Schwefel und Münzgold) nach vier voneinander verschiedenen Methoden bestimmten.

Ober-Sekunda.

Das Sommerhalbjahr wurde zu einem Feldmeßkursus verwendet. Die UÜbungen fanden, abgesehen von Regentagen, auf dem Schulhofe statt. Anfangs wurden nur elementar-geometrische Aufgaben behandelt, um später, als der trigonometrische Unterricht es gestattete, zu trigono- metrischen Aufgaben überzugehen; aber auch hier wurden rein geometrische Lösungen durch Konstruktion ähnlicher Figuren herangezogen.

¹) Genau beschrieben in Wislicenus, Geogr. Ortsbestimmungen, 1891, S. 128, und vor allem in den trefflichen Programmabhandlungen von Bernhard Hoffmann: 1. Zur Gestaltung des Unterrichts in der mathematischen Himmelskunde. Progr. Nr. 195. Bromberg 1907. 2. Die Zeitbestimmung. Progr. Nr. 241. Rawitsch 1910. Direktor Hoffmann wird demnächst in den Abhandlungen derImuk über den Unterricht in der mathematischen Erdkunde und Geodäsie berichten.