— 21—
einen Umweg machen mußten, wurde zur Umschau be- nutzt. Gerade in der Paßhöhe erhebt sich der Hochgebirgs- kalk und über ihm der Verrucano, der rechts von uns die steilen Zinnen der Tschingelhörner bildet, darunter im Malmkalk das Martinsloch noch immer über uns. Links liegt der Piz Grisch. Von gegenüber sah der Hausstock und Tõdi herüber. Als alle zusammen waren, wurde auf steilem Schneefeld ein paar hundert Meter zum Segnes- gletscher abgefahren, was die Sachverständigen kunst- gerecht im Stehen mit Hilfe des Pickels, die ungeübten Neulinge recht ungeschickt auf dem Hosenboden aus— führten. Auch von dieser Seite war der Unterschied der Gesteinsarten deutlich sichtbar. Namentlich der dunkle Verrucano hob sich in scharfer Linie ab.
Unterhalb des Segnesgletschers zieht sich ein langes, dem Urner Boden ähnliches Tal hin, das am unteren Ende von einem jetzt durchbrochenen Riegel abgeschlossen wird. Auf diesem liegt die Segneshütte des S. A. C., die uns zur Rast nach dem anstrengenden Marsch sehr willkommen war. Schließlich noch ein drei Stunden langer Abstieg, ganz im Gebiet des riesigen, prähistorischen Flimser Bergsturzes, der weit über den Rhein hinüberreichte, und wir waren in Flims, dem Endziel der Exkursion angelangt. Hier ver- einte ein solennes Abendessen zum letzten Mal alle Teil- nehmer, und beim vorzüglichen Asti spumante wurde ordentlich Abschied gefeiert.
Außer der Bereicherung unseres geologischen Wissens bot die ganze Erkursion noch manches andere Wertvolle auch für den Geographen und Botaniker. Beobachtungen über Talbildung, Gletscherwirkung und Siedelungskunde wurden reichlich ausgetauscht. Vorzüglich hatten wir Gelegenheit die Flora der Matten und Tebel mit ihren so charakteristischen


