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liegende Linthal. In drei hohen, sehenswerten Fällen stürzt der Fätschbach sich hinunter. Wir kamen in Linthal grade zurecht, um die Bahn nach dem 10 km talabwärts gelegenen Schwanden benutzen zu können. Von hier fuhren wir einige Stunden später mit der Elektrischen nach Elm, das mit Anfang der Dunkelheit erreicht wurde. Bei Schwanden mündet in das von N. nach S. sich erstreckende Tal der Linth von O. her das ebenfalls tief eingeschnittene Sernftal, in dem Elm liegt. Linthal liegt 660 m, Schwanden nur 525 m hoch, Elm rund 1000 m, und bis über 3000 m erheben sich die Berge der Umgebung, so der Hausstock, Piz Segnes, Piz Sardona und die Tschingelhörner. Man hat bei dieser Terraingestaltung in den Tälern einen ausgezeichneten Einblick in den Aufbau des Gebirges. Wir befinden uns hier im Bereich einer gewaltigen Deckfalte, die von Süden vom Oberrhein her bis zum Walensee auf eine Länge von ca. 45 km hinübergeschoben ist. Man bezeichnet sie als„die Glarner Decke“. Sie steigt von Rheintal nach N. und senkt sich zum Wallensee hin. In ihrer höchsten Erhebung erstreckt sich quer zur Làngsrichtung ein mächtiger, tief eingeschnittener Riß, so- daß ihre höchsten Schichten kilometerweit auseinander-— klaffen.„Das Fehlen des Zusammenhangs!¹) zwischen den beiden in verschiedener Richtung sich neigenden Decken- teilen schien früher hinreichend, um die Annahme zu recht- fertigen, daß sich hier zwei verschiedene Falten, eine von Süden und eine von Norden begegneten, die mit ihren Stirnen zwar nahe aneinander gerückt, aber nicht auf— einander gestoßen wären. So entstand die Vorstellung von der nicht nur als Beispiel, sondern als Typus alpiner Ueberfaltung häufig verwerteten„Glarner Doppelfalte Heims“,
¹) Steinmann. Geol. Probleme, S. 18.


