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Der Blick von der Hotelterrasse aus erinnert in seiner Art an den Jungfraublick in Interlaken, nur sind die Verhält- nisse bescheidener. Spät am Abend kamen auch die Windgällenbesteiger hier an, sodaß am nächsten Morgen die gesamte Gesellschaft zum Klausenpaß hinauf aufbrechen konnte. Prachtvoll war das Wetter und dementsprechend die Aussicht auf die von der andern Talseite herüber grüßenden Gipfel. Die beiden Windgällen, die beiden Ruchen, die Scheerhörner, der Kammlistock, Claridenstock und Teufelsstöcke waren bis in alle Einzelheiten, die uns ein Profil von Heim erklärte, wundervoll klar zu sehen. Und bei der Poststation Urigen erschien rückwärts quer dem Schächental vorliegend der Urirotstock und Bauen- stock so deutlich, daß wir auch seine Tektonik¹) studieren konnten. Hier konnte man eine Vorstellung davon be— kommen, welch titanenhafte Kräfte dazu gehõrten, diese Bergmassen wie Papierblätter übereinanderzuschieben. Dauernd hielt sich das gute Wetter, auch als wir den Klausenpaß(1952 m) überschritten hatten und die Serpen- tinen der neuen Straße abschneidend den alten Saumpfad zum Urner Boden hinabstiegen. Dieser ist ein vom Fätsch- bach durchflossenes fast ebenes Wiesental, das seinen Ur— sprung der früheren Vergletscherung verdankt. Es nimmt sich aus wie der Boden eines Sees, der nach unten ab-— gezapft ist. 2 Stunden dauert die Wanderung durch das Tal, in dem hie und da eine Reihe Sennhütten stehen, die im Sommer von den Hirten von Uri bewohnt werden. Auf seiner N. Seite erhebt sich die langgestreckte zackige Kalkmauer der Jägernstöcke und Märenberge, im Süden die Gletscher und Firnfelder der Clariden. Schließlich führen langgezogene Serpentinen in das über 600 m tiefer
¹) Vgl. das Bartorf'sche Profil, Fig. 28.


