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Wänden erheben die Mythen sich aus ihrer Umgebung von weichen Flyschschiefern, wo wir überhaupt keine Kalkberge erwarten sollten. Noch erstaunlicher ist ihre Zusammen-— setzung und ihr Bau. Wie in der Nagelfluh findet sich auch hier keins der Gesteine der umgebenden Ketten, sondern nur fremdartige Kalke, Dolomite u. a. m. mit ebenfalls fremden Versteinerungen, die auf ein hõheres Alter hindeuten. Nirgends in der Näahe ist dergleichen vorhanden. Wie hingezaubert stehen die Mythen da. Auch die scheinbare Gesetzlosigkeit und die starke Pressung und Quetschung der Gesteine befremdet im Gegensatz zu den viel weniger mitgenommenen Gesteinen des Unter- grundes und der Nachbarschaft. Sie sind eben ein tremd- artiges, exotisches Element in ihrer Umgebung. Um ihre Eigenart ganz zu erklären, muß ich mit kurzen Worten auf die moderne Schardt-Lugeon'sche Theorie vom Bau der Alpen überhaupt eingehen. Wie zahlreiche, gut auf— geschlossene Profile der Alpenketten es erkennen lassen, sind die Alpen entstanden durch Auffaltung in Folge eines gewaltigen Druckes von Süden her. Aber bei der einfachen Faltung, die wir z. B. wie an einem Modell im Schweizer Jura¹) finden, ist es bei den Alpen nicht geblieben, sondern die Alpenfalten sind durch andauernden Druck zusammen- gepreßt, nach N. umgelegt und eine über die andere ge- schoben worden. Später wurden diese Faltendecken mit ihrem Untergrund nochmals aufgepreßt und von Neuem umgestaltet. Bei diesem wiederholten Prozeß haben natur- gemät starke Deformierungen der einzelnen Teile statt- gefunden. Die Stirn dieser Deckfalten oder„Decken“ ist vielfach weit vorgeschoben, dabei der liegende Schenkel entweder gerissen oder ausgewalzt, und so der Mittel-
¹) Vgl. Führer etc. die Profile.


