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so scheint es mir unzweifelhaft, daß H C nach L, O aber nach H GC entstanden ist. Sämtliche Handschriften sind in das 15. Jahrh. zu verweisen. Furnivall nimmt einen Zeitraum von 30 Jahren zwischen der Entstehung der von ihm abgedruckten Mss. an, indem er L in das Jahr 1430, H C aber 1460 setzt. Ich bin jedoch der Ansicht, daß die Abfassungszeit von L etwas früher, vielleicht in den Anfang des 15. Jahrh., die von H C O aber noch in das erste Viertel desselben fallen dürfte. Lydgate, der um 1389 bereits Hilfsprediger war, also mindestens um 1370 geboren sein muß,*) würde, wenn man anders die Annahme Furnivalls gelten lassen wollte, etwa 90 Jahre alt gewesen sein, als er jene Verbesserungen ausführte, was ihm indessen im Alter von 50 Jahren— also um 1420— noch weit eher hätte möglich sein können.
Entstanden und umgeschrieben ist Stans puer ad mensam im Osten des Mittellandes, da alle Handschriften ostmittelländischen Charakter zeigen.
Der Infinitiv hat das„n“ der Endung durchgängig abgeworfen: abyde O II, 3 H C L aryse O0 IV, 23[ C L] rede 0 XlV, 2[H C L! byte O IV, 27[H C Lſsowpe 0 VI, 2 H C L]lede O XIV, 5 H CL.
Die 2. pers. präs. sing. lautet„est“(ist), im Conjunctiv„e“: spekyst O I, 6[H C LI' doost OIV, 2 H C L] blowe O VII, 3 H C L] mende O VII, 6[H C L] dyne, suppe O VII, 1 H C L. Formen auf es oder u, wie im Westen des Mittellandes, zeigen sich nirgends.
Die 3. pers. präs, sing. hat meistens eth(yth): spekyth O III, 1[Hl C speke LI' comaundeth O0 XII, 7[H C L)] reformeth O XIII, 5[H C Lspareth O XIII, 7[H C L settith O XIII, 7[H C L)] longith O VIII, 2[H C L. Das westmittelländische„es“ ist nicht vor- handen.
Außer„wille“ O IV, 7 ſwwolde H C)] ist der plur. nicht belegt.
Wie bei Chaucer endigt das part. präs. auf yng: stondyng O I, 3 ſstondinge L] standing H C ſtornyng 0 IV, 2] tournyng H C II, 3 turnynge L II, 2] grenyng O V, 1 H CLI' waytynge O XII, 6 H CL IX, 6.
Die Endung des part. präs. ist d, de oder ed(id): avised O VIII, 2 H C L. XI, 2 remembred O IX, 5 fremembrid H C L XII, 5] selde O XIII, 3 sielde H C] seelde L. Das part. prät. von starken Verben ist nicht belegt; ebenso zeigt sich das präfix„ge“(y) nirgends mehr.—
Wenn wir somit aus den oben angegebenen Gründen Lydgate die Autorschaft von Stans puer etc. nicht zuzuerkennen vermögen, so erweist sich auch die Behauptung Blades“: „Stans puer ad mensam ist eine UÜbersetzung des Carmen juvenile von Sulpitius, von dem die erste gedruckte Ausgabe wahrscheinlich um 1483 erschien“ als vollständig ungerechtfertigt. Zwar beginnen beide Gedichte mit einer kurzen Einleitung, allein während das Carmen alsdann im ersten Teil, wie wir bereits gesehen, eine Anzahl ganz allgemeiner Verhaltungsmaßregeln in reimlosen Versen gibt und dann erst im zweiten Teil dem Jüngling die Vorschriften einzu- schärfen sucht, die er speciell bei Tisch zu beobachten hat, geht Stans puer, dem Titel ent-
*) Köppel setzt in seiner Dissertation„Lydgate's Storie of Thebes, München 1884“ das Jahr 1371 als Geburtsjahr fest.


