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Jüngling eingeschärft, keinen anderen als den ihm vom Herrn des Hauses angewiesenen Platz einzunehmen, während der Mahlzeit ruhig zu sitzen, mäßig und manierlich zu essen und zu trinken, das Tischtuch vor sich rein zu halten und dem Dürftigen und Armen gern mitzuteilen. (49— 122.) Die unter 1, 2 und 3 genannten Ausgaben zeigen bezüglich ihres Inhaltes keinen Unter- schied, während die unter 4 erwähnte zwei kleine Zusätze aufweist. Zwischen den Zeilen 56 u. 57 und 120 u. 121 finden sich hier je zwei Verse eingeschoben, so daß das ganze Gedicht in dieser Gestalt nicht 122 sondern 126 Zeilen enthält. Sie beziehen sich auf das Gebet vor und nach der Mahlzeit und lauten: Deinde precare deum, qui suggerit omnia nobis, ut cibus adpositus tum bene potus alat.(57 u. 58.) Summo tum grates pro donis redde parenti, aeternas nobis qui parat unus opes.(123 u. 24.) Offenbar hat einer der Herausgeber, vielleicht der schon erwähnte Ascensius, jene Zeilen hinzugefügt und der UÜUbersetzer eine mit diesen Zusätzen versehene Ausgabe bei seiner UÜbertragung in das Deutsche zur Hand gehabt.
Der sprachliche Ausdruck des Carmen ist oft recht derb; folgende Stellen mögen als Belege dienen:
Atque palam pudeat te fricuisse caput, exprimere et pulices, scabiemque urgere nocentem, ne te sordidulum, qui videt ista, vocet. 10- 12.
Seu spuis, aut mungis nares, ructasue, memento post tua concussum vertere terga caput. 13 u. 14.
Mucorem haut tangas digitis, sputumue resorbas, panniculo nasum mungere namque decet. 15 u. 16.
Et ructare cave, quin ora in terga reflectas, stringe os et crepitum coge tenere nares. 17 u. 18.
Rectum te lectus habebit, detege nec socium, nec tua membra move. 31 u. 32.
Tingantur rursus ne tibi morsa, cave. 92.
Non facies binos haustus, nec fessus anheles. 113.
Was das andere Gedicht„Stans puer ad mensam“ anbelangt, so nennt Furnivall eine Anzahl der in den englischen Bibliotheken aufbewahrten Handschriften;(S. Einleitung z. Bab. B. p. 59) zwei derselben, Harl. 2251(H) und Lamb. 853(L) sind in demselben Buch pag. 26 u. 27 ff. neben einander abgedruckt. Desgleichen besorgte Halliwell in seinen Reliquiae antiquae, v. 1, p. 156— 8 den Abdruck eines in der Bibliothek des Jesus College zu Cambridge vorhandenen Ms.(C)
Die von dem zuerst genannten Gelehrten ausgesprochene Vermutung:„There must be plenty more about the country as in the Bodleian“ veranlaßte mich, in Oxford anzufragen, und durch die Freundlichkeit des Herrn Parker erhielt ich die Abschrift eines im Balliol College daselbst befindlichen Ms. Das Gedicht ist auf fol. 158 b und 159 a des Codex 354 unter Nr. 47(nach H. O. Coxe's Cat.) niedergeschrieben. Bezüglich der Reihenfolge der 14 Stanzen ergab eine Collation der Handschrift mit L, H und C in Furnivall's und Halliwell's Ausgaben folgende Unterschiede: Alle Versionen lesen die Verse 1— 42(St. 1— 6) in derselben Ord- nung, dann fährt die Oxforder Handschrift(0) fort:„and where so“(St. 7) bis„with an
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