Aufsatz 
a) Rede zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Schillers. b) Rede zur Feier des 100jährigen Todestages des Grafen von Zinzendorf
Entstehung
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andere Schule als an das Pädagogium denken. Ganz aufrichtig machte ſie Francke mit den Fehlern ihres Enkels bekannt und fügte ſich auch in mehreren äußerlichen Anordnungen völlig des verehrten Mannes Rath. So wurde kein Diener mitgegeben, wie ſie gewollt, auf keinen beſondern Tiſch beſtanden: der Knabe mußte den Degen, den er ſchon getragen, wieder ablegen. Darauf hatte auch der alte Feldmarſchall gedrungen: der Degen ſei etwas den Schülern und Studiosis wenig Conformes; er trage ihn ſelbſt nicht, wenn er im Winterquartier ſei. Die Großmutter brachte den geliebten Enkel ſelbſt nach Halle: wir können uns in das, was da verhandelt und beſprochen, was im Gebet vor Gott gebracht, hinein denken. Scheidend hinterließ ſie noch eine(leider nicht mehr vorhandene) Inſtruction, welche am 21. Auguſt in der Lehrerconferenz verleſen wurde. Gleiches geſchah am 18. September mit einem Briefe, den die Mutter geſandt. Und es war in der That hochnöthig, daß alle, die den Knaben auf ihrem Herzen trugen, treu zuſammenhielten und arbeiteten. Schon die Vorverhandlungen und ihre Reſultate mochten dem kleinen Zinzendorf wenig gefallen. Er kam mit Vorurtheil, wurde wie auch nicht zu leugnen mit einem gewiſſen Vorurtheil empfangen undſeriös behandelt, wie noch der Mann ſich erinnerte. Die Biographen haben bis jetzt von großer Strenge erzählt, mit der. Francke das hochmüthige Gräflein, wie er ihn genannt haben ſoll, gezogen; erzählt, wie manche Scholaren es ſich angelegen ſein ließen, ihre Schulſünden mit aller Liſt, Kunſt und Plauſibilität, die der Satan in ein menſchliches Herz legen kann, zu communiciren. Aber dem Jünglinge, der ſich zu ſolcher Vollendung durchgekämpft, und dieſem Hauſe zu Ehren müſſen wir Anderes ſagen. Die Strenge that noth. Zinzendorfs Aufent⸗ halt auf dem Pädagogium iſt für ihn eine Läuterungszeit von unſchätzbarem Segen geweſen; viele Schlacken ſeines Weſens ſind hier ausgebrannt. Er verdankt dem Päda⸗ gogium viel.*)

*) Wie bei Spangenberg erzählt wird, bekannte Z., wie ſein Herz damals voll Hochmuth geweſen ſei, wie er ſich mit ſeinem Wiſſen und Fähigkeiten gebrüſtet habe und vornehmlich auf ſein öfteres Auftreten bei den Schul⸗Acten ſtolz geweſen ſei: einmal ſei er in einer lang⸗ athmigen Ode vor glänzendem Auditorinm ſtecken geblieben, der Eitelkeit eine empfindliche Strafe. In einem noch nicht veröffentlichten Briefe des Grafen(Herrnhut, 1. Sept. 1733) kommt folgende Stelle vor:Hr. Profeſſor Francke deduciret gegen viele Perſohnen meine ſo genandte jetzige Unordnungen von den Zuſtande her, worin er mich ſchon als einen Schul⸗ Knaben geckent haben will. Nun hatt mich der Heyl. gantz anders geckent, aber das will ich jetzo nicht bedeuten. Wie würde es den Hrn. Profeſſ. Francken gefallen, wenn man ſeine jetzigen Handlungen darnach abmäße, wie er in Paodagogio zu Halle geweſen. Wie es