Aufsatz 
Die Mnemonik und Stenographie als Mittel zur leichteren und sicheren Bewältigung des Unterrichtsmaterials in Real- und Höheren Bürgerschulen
Entstehung
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ſein. Das Lehrbuch der Gabelsbergerſchen Stenographie, nach der kalkulirenden Methode bearbeitet, von Karl Albrecht, Lehrer der Stenographie und der neueren Sprachen am Ge⸗ ſammtgymnaſium zu Leipzig, wird dem Lehrer und dem Schüler treffliche Dienſte leiſten; ſowie der Katechismus der Mnemonil von Hermann Kothe, den ich hier mehrfach gefolgt bin, vollſtandige Einſicht in das Weſen der neuen Mnemonik und

ihrer Anwendbarkeit gewährt. Dr. J. F. Burger.

II. Ein pädagogiſcher Beitrag zur Methodik des Unterrichts in der franzöſiſchen Sprache.

Die nachfolgenden Zeilen könnten in ihrem Verlaufe ſo aufgefaßt werden, als werde eine hiſtoriſch⸗linguiſtiſche Behand⸗ lung der franzöſiſchen Sprache für Realſchulen von mir erſtrebt und befürwortet. Davon bin ich aber weit entfernt, und des⸗ halb werde ich in einigen Worten die Abſicht, die mir bei dieſer Behandlung des franzöſiſchen Zeitwortes(denn davon ſollen dieſe Zeilen handeln) zu Grunde lag, näher dar ſtellen. Grade an einer Realſchule, wo es vor Allem auf das Können abge⸗ ſehen iſt, glaube ich, wird dieß leichter erzielt, wenn man den zu übenden, d. h. auswendig zu lernenden Stoff, ehe er aus⸗ wendig gelernt wird, in ſeinen Erſcheinungen erkläͤrt, die Geſetze, nach denen ſich dieſe Erſcheinungen gebildet haben, dar⸗ und auslegt. Es ſollen daher dieſe Geſetze allein nicht in theoreti⸗ ſierender Weiſe, wie die alten Sprachen auf vielen Gelehrten⸗ ſchulen behandelt wurden, Gegenſtand eines beſonderen Unter⸗ richtszweiges werden, ſondern nur als Stütze der ſonſt todten Formen aufgefaßt und dargeſtellt werden. Ich glaube, daß kein Pädagoge dagegen Etwas zu erinnern haben werde, wenn man zu gleicher Zeit Verſtand und Gedächtniß angeht, da jener dieſem zur Richtſchnur, dieß dem erſteren zur Grundlage dienen könne. Aus meiner eignen Schulzeit und nach Erfahrungen, die ich theils ſelbſt als Lehrer, theils an dem Unterrichte mancher Mitarbeiter auf dem pädagogiſchen Gebiete geſammelt, habe ich zu deutlich wahrgenommen, daß ſolche Dinge, welche der Ver⸗ ſtand ſtützt, weit mehr Eigenthum des Lernenden geworden ſind, als Gegenſtände, bei denen es der Lehrer dem Schüler überlaſ⸗ ſen, ob ſie für ihn eine rudis indigestaque moles ſeien und bleiben, oder nicht. Der Unterricht in der Mathematik erhebt zudem dieſe Thatſache uͤber allen Zweifel. Eine begriffene Wahr⸗