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M.; J. F. de Caſtilho, traité de mnemotoechnic, Paris 1834; Joh. Graf von Mailath, Mnemonik, Wien 1842, und noch viele Andere. Ebenſo giebt es aber auch eine Menge Beiſpiele ſolcher Männer, die mit Hilfe der Mnemonik Außerordenrliches geleiſtet haben. Der ältere Plinius erzählt von einem gewiſſen Charmidas, daß dieſer ganze Buücher wörtlich aus dem Ge⸗ dächtniſſe habe wiedergeben könnenz von demſelben und dem ſchon angeführten Metrodorus ſagt Cicero, daß ſie alles, was ſie ſich einzuprägen gewünſcht, nach feſten mnemoniſchen Regeln eingeprägt hätten. Julius Cäſar dikticte 5 oder 7 Briefe zugleich; Seneca recitirte 2000 Worte in der Ordnung, in welcher ſie ihm vorgeſagt wurden und mehr als 200 Verſe in umgekehrter Ordnung. Peter von Ravenna(15. Jahrh.) recitirte zu Padua nicht allein, ſobald man ihm die entſprechen⸗ den Nummern nannte, alle leges codicis, ſondern auch die ſämmt⸗ lichen Predigten, die daſelbſt ein Magiſter Antonius Eremita während der Faſtenzeit gehalten hatte. Lampert Schenkel wurde wegen ſeiner großen Gedächtnißkunſt als Zauberer in Antwerpen verſchrieen. Nach der Erlanger Realzeitung von 1804 recitirte der Licentiat Duchet, Ueberſetzer bei der Kurfürſtlichen und Nationalbibliothek in München, nach der Methode des Frei⸗ herrn von Aretin in Leipzig von 24 Buchern der Bibel den Inhalt nach den Rubriken der Capitel in jeder Ordnung, in und außer der Reihe; in Erlangen diftirte er 9 Briefe in deutſcher, lateiniſcher, franzöſiſcher und italieniſcher Sprache, die man ihm Nachmittags vorher zugeſandt hatte, 9 Schreibern zu⸗ gleich. Schon ganz in unſerer Zeit fallen die mnemoniſchen Leiſtungen von Chr. A. L. Käſtner, Pfarrer zu Behlitz unweit Cilenburg, des Aimé Paris, der noch 1840 in Brüſſel öffentlich Proben ablegte. Vom 6. Juni 1836 ſchreibt eine Liſſaboner Zeitung, daß der mnemoniſchen Sitzung der Brüder A. und J. F. de Caſtilho Ihre Majeſtäten, der Hof, alle Staatsminiſter ꝛc. beigewohnt hätten. In den 40ger Jahren hatten wir ganz in unſerer Nähe, in Mainz, Worms, Heidelberg, Gelegenheit, den Mnemoniker Karl Otto, genannt Rapentlow, zu hören; derſelbe ertheilte ſogar Mainzer und Heidelberger Realſchülern mnemoniſchen Unterricht, und Dr. Louis, Direktor der Realſchule in Heidelberg, äußerte ſich darüber:„Nicht nur haben ſich die meiſten Schuͤler bei ſeiner Anleitung viele Notizen aus der Geo⸗ graphie, Geſchichte, Naturgeſchichte, ſowie auch die Angaben der ſpeciſiſchen Gewichte verſchiedener Stoffe eingeprägt, ſondern auch durch ſeine leichtfaßliche Methode die Fertigkeit angeeignet, an⸗ dere Notizen auf dieſelbe Weiſe mit Leichtigkeit ihrem Gedächt⸗ niſſe einprägen zu koͤnnen. Den ſämmtlichen Lehrern war die⸗


